(v.l.) Einige der Beteiligten (v.l.): Friedl Sapelza von der Genossenschaft für Weiterbildung und Entwicklung (GWR) Spondinig, Valeria Cenacchi von der Generaldirektion Regio der Europäischen Kommission, Europalandesrätin Magdalena Amhof und Gabriella Binkert Becchetti von der Region Unterengadin-Val Müstair (CH).

Grenzen überwinden, Chancen nutzen

Tagung zum Interreg-Programm im Kloster Marienberg: Kleinprojektefonds schafft neue Chancen im oberen Vinschgau.

Publiziert in 1 / 2026 - Erschienen am 13. Januar 2026

Burgeis - Wie steht es um die Beteiligung Südtirols am grenzüberschreitenden Kooperationsprogramm Interreg Italien-Schweiz 2021-2027? Antworten darauf gab es im Rahmen des Begleitausschusses, der unlängst im Kloster Marienberg tagte. Insgesamt acht Projekte verschiedenster Art mit Südtiroler Partnern konnten im Rahmen des Programms finanziert werden. Der neu eingeführte Kleinprojektefonds stellt eine wichtige Neuerung für das Programm dar, vier Projekte sind bereits in Umsetzung, heißt es aus der Abteilung Europa. „Ziel dieses Programms ist es, Brücken zwischen unterschiedlichen Gebieten und Kulturgemeinschaften in Italien und der Schweiz zu schlagen und positive und nachhaltige Synergien zu schaffen, um die Entwicklung auf wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene oder etwa im Bereich der Umwelt voranzutreiben“, erläutert Europalandesrätin Magdalena Amhof. 

Betreuung, Mobilität und mehr

Die im Rahmen vergangener Ausschreibungen ausgewählten Projekte, an denen Südtiroler Projektpartner teilhaben, widmen sich der besseren Betreuung von älteren Menschen und Jugendlichen, einem nachhaltigeren Mobilitätsnetz sowie Innovation und technologischer Entwicklung im medizinischen und landwirtschaftlichen Bereichen. Insgesamt, so wurde im Rahmen des Begleitausschusses berichtet, seien rund 4,9 Millionen Euro und 940.000 Schweizer Franken in sechs Projekte investiert worden. Nun kommen zwei weitere Projekte mit Südtiroler Beteiligung dazu, die im Rahmen der Sitzung des Begleitausschusses zur Finanzierung zugelassen wurden. Insgesamt sind 74 Projekte eingereicht, 33 davon wurden angenommen. Vor allem handelt es sich um Vorschläge im Bereich der Innovation und der Forschung, des Schutzes der Artenvielfalt und der Anpassung an den Klimawandel sowie der sanitären Dienste. Bei den Projekten mit Südtiroler Beteiligung geht es um ein Vorhaben zur Förderung der ladinischen Sprache (DIGI RLG) und ein weiteres, das die Innovation im medizinischen Bereich in den Mittelpunkt stellt (Alpine-XR). Letzteres sei sogar auf Platz eins der neuen Rangordnung gelandet. 

Mit Kleinprojektefonds zufrieden

Zufrieden zeigte sich der Begleitausschuss mit dem 2024 eingerichteten Kleinprojektefonds, der auf Südtiroler Seite mit zwei Millionen Euro dotiert sei und von der Bezirksgemeinschaft Vinschgau gemeinsam mit der Region Unterengadin-Münstertal verwaltet wird. Auf Schweizer Seite stünden weitere 250.000 Schweizer Franken zur Verfügung. Im Rahmen dieses Fonds seien bislang vier Projekte in Angriff genommen worden, an denen Südtiroler und Schweizer Partner mitwirken.

„Luft nach oben“

„Insgesamt ist die Beteiligung Südtirols am Programm positiv, doch es gibt noch Luft nach oben. Der neue Fonds für kleine Projekte ist ein wichtiger Schritt, um die Zusammenarbeit zwischen den Partnern vor Ort zu unterstützen, damit lokale und innovative Antworten auf gemeinsame Herausforderungen gefunden und erprobt werden können“, resümierte Martha Gärber, die Direktorin der Abteilung Europa, im Rahmen der Veranstaltung. 

103 Millionen Euro Budget

Das Programm Interreg Italien-Schweiz wird von der Region Lombardei verwaltet und verfügt insgesamt über ein Budget von 103 Millionen Euro. In einem 750 Kilometer langen Grenzbereich zwischen den beiden Staaten sind Kooperationsprojekte möglich, die Auswirkungen auf etwa acht Millionen Bewohner haben, die dort leben. Das Programm soll die Zusammenarbeit zwischen Regionen fördern und wirtschaftliche, soziale und ökologische Verbesserungen herbeiführen. 

Landespresseamt

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