Gabriele Pircher und ein schöner, schattenspendender Baum.
Hier am Hauptplatz in Schlanders könnte ein ähnlicher Baum stehen.

Grün wertet auf

Das Klimateam hat zum ersten Dorfgespräch zum Thema Dorfdurchgrünung eingeladen.

Publiziert in 8 / 2026 - Erschienen am 21. April 2026

Schlanders - Knapp 30 Personen nahmen im Keller des Rosenwirts am 1. Schlanderser Dorfgespräch, einem Ideen- und Informationsaustausch, teil, darunter auch einige Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde. Als Referentin konnte Moderatorin Christiane Pircher vom Klimateam die Direktorin der Gärten von Trauttmansdorff, Gabriele Pircher, begrüßen. War früher der Werbeslogan „Wo die Sonne länger scheint“ nur positiv gesehen, so ist die starke Sonneneinstrahlung während der Sommermonate im Ortskern von Städten und Dörfern mittlerweile eher negativ behaftet. „Jeder Baum wäre ein kleines Biotop, das klimatische Wirkung zeigt“, so die Referentin. „Schattenspendende Bäume senken die Temperatur, regulieren das Mikroklima, brechen Windkanäle und verbessern das Stadt- und Ortsklima. Städtische Vegetation ist also nicht nur schön anzuschauen, sie erfüllt auch lebenswichtige Funktionen für Mensch, Tier und Umwelt.“

Richtige Bäume für das Klima wählen

Natürlich benötigen Bäume ausreichend Platz für ihre Wurzelsysteme und Kronen. Hier seien der richtige Aufbau und das geeignete Substrat wichtig für die Baumgesundheit. Gabriele Pircher erklärte kurz das Schwammstadt-Prinzip, nach dem durch den speziellen Aufbau der Pflanzgrube der Baum bessere Wachstumsvoraussetzungen im Wurzelbereich erhält. Der Unterflur-Schotterkörper speichert bei Starkregen überschüssiges Wasser, das dann dem Baum zugutekommt, wenn es trocken ist. Ebenso wichtig sei die richtige Auswahl der Baumart. „Es muss der richtige Baum für das richtige Klima und den richtigen Standort gewählt werden“, mahnte die Referentin, „und wenn möglich lokale und autochtone Arten“. Ein großes Anliegen ist Gabriele Pircher die anschließende Pflege der Bäume. „Es braucht ausgebildete Fachkräfte, denn nur eine gute Pflege macht langfristig den Erfolg aus!“.

Jeder Baum zählt

Grüne Dörfer und Städte verleihen Flair und werten das Stadt- bzw. Dorfbild auf. Die Referentin zeigte anhand von Bildern Beispiele für Fassadenbegrünung, begrünte Dächer, auch in Kombination mit Photovoltaik, Miniparks, Pflanzenmulden und Leitgräben. Gründächer halten das Regenwasser zurück, sparen Energie, schützen das Dach und sind Lebensraum für Insekten, in Wildhecken können Vögel geschützt nisten. „Auch die Bevölkerung ist mitverantwortlich für mehr Grün im Dorf; jede und jeder kann in seinem privaten Bereich etwas bewirken“, zeigte sich Gabriele Pircher überzeugt. In der anschließenden Diskussion ging es um die vielen in letzter Zeit gefällten Bäume in Schlanders, die nicht ersetzt wurden. In einem Baumkataster sollten alle neu gepflanzten Bäume aufgelistet werden. Wünschenswert und überaus notwendig sei ein schöner schattenspendender Baum auf dem Dorfplatz, genau an der Stelle oder in unmittelbarer Nähe des Marmorbrunnens. Ob es dafür angesichts der darunter liegenden Infrastrukturen eine Lösung gebe, soll demnächst geklärt werden. Weiters wurden die radikalen Schlägerungen an den Bahndämmen und auch die Reglementierung von Stellflächen bei Neubauten kritisiert. Es fehle vielerorts die Sensibilität für mehr Grün, wurde bemängelt.

Ingeborg Rainalter Rechenmacher

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