Arbeitsgespräche zwischen den Regierungen aus Südtirol und Graubünden finden seit 1999 regelmäßig statt. Das jüngste Treffen erfolgte Ende Juni in der BASIS in Schlanders.
Im Bild (v.l.): Peter Peyer, Jon Domenic Parolini, Ulli Mair, LH Arno Kompatscher, Regierungspräsident Martin Bühler, Luis Walcher, Philipp Achammer, Magdalena Amhof, Hubert Messner und Marcus Caduff.

„Hochinteressanter Austausch“

Eisenbahnverbindung und Großraubwild als Schwerpunktthemen.

Publiziert in 13 / 2026 - Erschienen am 14. Juli 2026

Schlanders - Von einem „hochinteressanten und wichtigen Austausch“ sprach Landeshauptmann Arno Kompatscher im Anschluss eines Treffens von Delegationen der Südtiroler Landesregierung und der Regierung des Schweizer Kantons Graubünden, das am 29. Juni in der BASIS in Schlanders stattgefunden hat. Im Mittelpunkt des Arbeitsgesprächs standen grenzüberschreitende Themen. Der inzwischen traditionelle Dialog mit Graubünden bringt laut Kompatscher immer wieder neue Ansätze für die Grenzregion. Er verwies u.a. auf die Reform des Autonomiestatuts, woraus sich neue Möglichkeiten in verschiedenen Bereichen ergeben würden. Der Bündner Regierungspräsident Martin Bühler sagte: „Als Grenzkanton setzen wir auf enge Partnerschaften, um gemeinsam tragfähige Lösungen und echte Synergien zu entwickeln.“

Dauerbrenner Bahnverbindung

Eines der zentralen Themen war der Dauerbrenner einer Eisen-
bahnverbindung zwischen dem Vinschgau und dem Engadin. Eine solche Verbindung wird seit vielen Jahren gewünscht, besonders von Vinschger Seite aus. Kompatscher kündigte an, dass die Ergebnisse der technischen Überprüfungen möglicher Bahntrassen bis zum Herbst vorliegen sollen. Beide Seiten wollen Zeitpläne und mögliche Finanzierungen eng abstimmen. Ein weiteres Thema war der Zivilschutz. Angestrebt wird eine bessere Koordinierung bei Einsätzen in Grenzgebieten, wofür über eine Novelle des Südtiroler Landesgesetzes eine Vereinbarung ins Auge gefasst wird. In Sachen öffentliche Sicherheit standen die Prävention und die Stärkung lokaler Strukturen im Mittelpunkt des Treffens.

Bei Großraubwild von Graubünden lernen

Ein weiterer Schwerpunkt war das Management von Großraubwild. Südtirol will dabei verstärkt von den Bündner Erfahrungen bei der Regulierung und bei jagdrechtlichen Instrumenten lernen, „um im Rahmen neuer Spielräume, die sich durch die Autonomiereform auftun, ein wirksames Management zu entwickeln.“ Bezüglich der Familien- und Sozialpolitik tauschten sich beide Seiten über Kinderbetreuung und Unterstützung für Familien, Pflegekosten und frühe Sprachförderung aus. Abschließend wurde von beiden Seiten über derzeit laufende Projekte und andere mögliche Kooperationen informiert. Die Direktorin der Südtiroler Landesabteilung Europa, Martha Gärber, präsentierte die Initiative „Terra Raetica: BASIS für Fortschritt mit EFRE und CLLD“. In der BASIS willkommen geheißen hatte die Regierungsdelegationen Katrin Gruber, die Präsidentin des Vereins BASIS Vinschgau Venosta. BASIS-Direktor Hannes Götsch führte die Gäste durch die Einrichtung und erklärte, wie BASIS Vinschgau Venosta als Netzwerkplattform unterschiedliche Partner zusammenbringt, lokale Potenziale stärkt und die nachhaltige Zukunft des ländlichen Raums mitgestaltet.

Josef Laner

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.