Hochspannung soll unter die Erde
Naturns - Lukas Demetz von der EUT Engineering GmbH informierte bei der Naturnser Bürgerversammlung über die unterirdische Verlegung der Hochspannungsleitung in Kompatsch. Dabei handle es sich um ein ambitioniertes Projekt, das sicherlich einige Zeit bis zur Verwirklichung dauern dürfte. Zwei 220-kV-Freileitungen verlaufen mitten durch den Naturnser Ortsteil, der Wunsch nach Entlastung in der Bevölkerung sei schon lange da. „Die Leitungen haben eine wichtige Aufgabe, sie verbinden die Stromerzeugungen in Naturns mit dem überregionalen Netz“, schickte Demetz voraus. Dass die beiden Leitungen notwendig seien, stehe außer Frage. Die Frage sei, „wohin können sie verlegt werden?“, so Demetz. Der Vorschlag seien erdverlegte Kabelleitungen. Zwei Varianten wurden durchgespielt, eine kurze Erdverlegung und eine lange. Schlussendlich habe man sich für einen „optimierten Kompromiss“ entschieden. Hierfür seien zwei Übergangsmasten notwendig, die Kosten würden sich auf fünf bis sechs Millionen Euro belaufen. „Die Lösung haben wir hart erkämpft“, unterstrich Demetz. Mit Terna, sprich dem staatlichen Betreiber für das Stromnetz, sei es nicht immer einfach, oft müsse man lange auf Antworten warten. Vor allem wenn ein Projekt für den Staat keine Priorität habe – weil etwa staatliche Strukturen dranhängen – könne es sich ziehen.
Dauer unklar
Auf die Frage aus dem Publikum, wie lange es schlussendlich dauern solle, könne man auch keine konkrete Antwort geben, so Demetz. Sobald es im Gemeinderat beschlossen werde, sei Terna mit der Ausarbeitung des Projekts relativ schnell, die Planungsarbeit belaufe sich etwa auf ein Jahr. „Dann geht es ins Ministerium, wie lange es dort dauert, ist so eine Sache. Albeins hat ein ähnliches Projekt am Laufen und wartet seit einem Jahrzehnt auf die Verwirklichung. Das hoffen wir natürlich hier nicht“, sagte Demetz. Finanziert werden solle das Projekt mithilfe der Umweltgelder aus dem Kraftwerk Schnals-Naturns. Eine weitreichende Erdverlegung bis zur Zone Hilb, wofür Kosten von rund 12,7 Millionen Euro geschätzt wurden, sei vorerst nicht angedacht. Dass hierfür keine Lösung in Sicht sei, wurde aus dem Publikum kritisiert.