Identitätsschub durch Dorftage
Publiziert in 25 / 2014 - Erschienen am 9. Juli 2014
Goldrain - 1805 zeigten die „alten Gemeinden“ Goldrain, Schanzen, Tiss und Morter keinen Bock - wie man landläufig sagt - auf die Aufklärung durch die Bayern. Nach gut 200 Jahren waren es ausgerechnet zwei Bayern, die den früheren „Gemeinwesen“, die heute entweder Dorfteile oder eingemeindet sind, wieder eigenes Profil und Identität verschafften. Karin und Richard Huber aus München haben auf dem Augelehof des Erich Auer das „Dorf vnnd Paürschafft Püech“ von 1583 wieder entdeckt. Mit der Betonung auf wieder, denn die Urkunden standen schon vor Jahren als Quelle für das „Latscher Dorfbuch“ zur Verfügung, scheinen aber nicht genutzt worden zu sein. Diesmal haben sich die beiden Wahl-Goldrainer mit Liebe und Geduld, aber vor allem mit wissenschaftlicher Sorgfalt der wertvollen Geschichtsquelle angenommen. Hermann Theiner aus Latsch, habe ihn angeregt, die Dorfordnung, auch Weistum genannt, aus der Zeit des späteren Landeshauptmannes Franz Hendl der Allgemeinheit zugänglich zu machen, erzählte Richard Huber. Der aufgeschlossene Augele-Bauer gab sein Einverständnis und Veronika Traut, die Vorsitzende des Bildungsausschusses, habe zur Gestaltung einer Broschüre ermutigt. Nach der Goldrainer Chronik von Martina Rinner und der Flurnamenkarte des Sonnenbergs des Bildungsausschusses war das Buch von Karin und Richard Huber das dritte, konkrete Ergebnis der 25. Goldrainer Dorftage. s
Günther Schöpf