Dieses Rendering zeigt, wie das neue Haus aussehen wird.
Noch vor Weihnachten kam das Dach auf das neue Gebäude.
Bei der Vorstellung (v.l.): Moderatorin Brigitta Villaronga, Architekt Stefan Gamper, Luca Daprá von der BASIS und holzius-Geschäftsführer Herbert Niederfriniger.
BM Georg Altstätter
Andreas Platter vom Forstinspektorat.

Innovation auf 2.000 Metern

Parkhütte in Hintermartell wird zum alpinen Retreat und zur Workation-Destination. Als „0-km-Vollholzhaus“ erbaut.

Publiziert in 5 / 2026 - Erschienen am 10. März 2026

MARTELL - Wie kann ein Ort auf rund 2.000 Metern Höhe sinnvoll genutzt werden? Das dachten sich die Gemeindeverwaltung von Martell und die BASIS Vinschgau. Zusammen mit weiteren lokalen Akteuren entstand das Projekt rund um das „0-km-Vollholzhaus“, das unlängst am Sitz der Bezirksgemeinschaft in Schlanders vorgestellt wurde. „Das Haus gehörte früher dem Nationalpark, daher trägt es den Namen Parkhütte“, erklärte Bürgermeister Georg
Altstätter. Schon seit langer Zeit befindet sich die Berghütte im Besitz der Gemeinde und wurde unter anderem als Ferienhütte vermietet. Im Sommer 2020 kam es zu einem Brand; seitdem blieb die Hütte ungenutzt. In der Gemeinde Martell war man davon überzeugt, dass das Gebäude bei den Kehren kurz vor Talschluss im Besitz der Gemeinde bleiben und einer größeren Nutzung zugeführt werden sollte. So trat die Gemeindeverwaltung damals an die BASIS heran, die ein Projekt dazu verwirklichen sollte. „Es wurde ein gutes Erstkonzept ausgearbeitet“, unterstrich Altstätter. Als sich über die Bezirksgemeinschaft Vinschgau die Möglichkeit ergab, Fördermittel aus dem PNRR-Fonds in der Kategorie „Green Communities“ zu erhalten, zeichnete die BASIS Vinschgau Venosta auch für dieses Gesamtprojekt verantwortlich. In diesem Rahmen wurde das Projekt der Parkhütte aufgenommen. 2022 erhielt die Bezirksgemeinschaft die Zusage für über vier Millionen Euro für insgesamt 13 Vorhaben.

Ein alpiner Rückzugsort

Luca Daprá von der BASIS stellte das konkrete Vorhaben vor. Die Parkhütte soll zu einem alpinen Retreat – also einem Rückzugsort – und zu einer Workation-Destination („Arbeiten und Urlaub verbinden“) werden: ein Ort für Unternehmen, Forschungsteams und Einzelpersonen, die bewusst Abstand vom Alltag suchen, um konzentriert an Themen wie Führung, Innovation oder Forschung zu arbeiten. Die Hütte könne u. a. exklusiv an Managementteams vermietet werden, die Zahlungsbereitschaft dürfte durchaus im Rahmen von 500 bis 900 Euro pro Tag liegen. Nicht zuletzt solle es aber auch ein Haus für Kultur und Gesellschaft sein, sprich Vereine und Co., sowie eine Plattform für lokale Leistungen. 

Nutzung bereits im Sommer

Die Bauarbeiten für die neue Parkhütte laufen bereits auf Hochtouren und sollen in rund zwei Monaten abgeschlossen sein. Ab August soll das neue Gebäude genutzt werden können. Im Herbst 2025 war die alte Parkhütte abgerissen worden, das neue Haus erhielt noch vor Weihnachten sein Dach. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro, ohne Einrichtung und ohne Mehrwertsteuer. Über 1,1 Millionen Euro kommen aus dem PNRR-Fonds, rund 113.000 Euro vom Holzbaufonds des Landes und 110.000 Euro sind Eigenmittel der Gemeinde. Das neue Haus, das größer ist als das frühere, bietet Platz für 15 bis 20 Personen.  Eigentümer bleibt die Gemeinde Martell, die BASIS kümmert sich um Vertrieb und Marketing, während die Marteller Bürgergenossenschaft 3B für die Hausverwaltung und die organisatorische Einbindung von Projekten zuständig ist. 

Lokale Materialien

Das Haus wird als Vollholzhaus errichtet. Als verantwortlicher Planer leitet Stefan Gamper die Arbeiten. Der Architekt aus Klausen stellte das Gebäude im Detail vor. Während sich im Erdgeschoss unter anderem Wohnzimmer, eine Lounge, ein Esszimmer und ein Präsentationsraum befinden, sind im Obergeschoss Zimmer, sanitäre Anlagen sowie weitere Terrassen vorgesehen. Die Gesamtwohnfläche beläuft sich auf rund 300 Quadratmeter, ohne Terrassen. Der Vollholzbau ermögliche viele Vorteile. Für das Haus wurden in erster Linie lokale Materialien verwendet, Holz aus dem Marteller Wald, Laaser Marmor und Plimastein, daher der Titel „0-km-Haus“. Die Ausschreibung für die Arbeiten hatte die Marteller Zimmerei Fleischmann gewonnen, die Eyrser Firma holzius lieferte hierfür die gesamten Vollholzelemente, die zwischen Mitte Oktober und Mitte November montiert wurden. Ebenfalls an den Arbeiten beteiligt war die Marteller Firma für Hoch- und Tiefbau „Die Niederwieser“. 

Im Rahmen der Vorstellung der neuen Parkhütte referierte holzius-Geschäftsführer und Firmengründer Herbert Niederfriniger über die Vorteile des Vollholzbaus. Andreas Platter, der stellvertretende Leiter des Forstinspektorats Schlanders, sprach über die Holznutzung in Südtirol, warum Bäume entnommen werden können bzw. sollen sowie über das für das „0-km-Haus“ verwendete Holz aus den umliegenden Wäldern. Auch berichtete Platter über Fördermöglichkeiten wie den Holzbaufonds des Landes. 

Michael Andres

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