Intensives Jagdjahr
Jägerschaft blickt bei Hegeschau auf Abschusszahlen und Projekte.
Schlanders - Wie aktiv und engagiert die Vinschger Jägerinnen und Jäger sind, zeigte sich bei der traditionellen Hegeschau des Bezirks unlängst im Kulturhaus Karl Schönherr in Schlanders. Drei Tage lang konnten die zahlreichen Interessierten Geweihe und Co. besichtigen. Bezirksjägermeister Günther Hohenegger blickte im offiziellen Teil auf ein ordentliches Jagdjahr zurück. Was das Gamswild betreffe, sei der Abschussplan zu 95 Prozent erfüllt worden. Von 419 freigegebenen Gämsen wurden 391 erlegt. „Die Gamsbestände sind alpenweit im Rückgang, dies aufgrund mehrerer Faktoren, nicht zuletzt wegen des deutlich ersichtlichen Klimawandels“, erklärte
Hohenegger. Glücklicherweise bleibe die hiesige Population aktuell vor Krankheiten wie der Gamsräude verschont. In Sachen Rotwild konnten die Vinschger/innen die Abschusspläne zu 94 Prozent erfüllen. Die Rotwildbewirtschaftung sei im stetigen Wandel und auch in Südtirol habe sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die die künftige Ausrichtung mitgestalten solle. Was das Rehwild betreffe, lag die Abschussplanerfüllung bei 86 Prozent. Südtirolweit werde stark auf die Kitzrettung gesetzt. „Gemeinsam mit den Vertretern verschiedenster Interessengruppen und mithilfe modernster Technik können jährlich zahlreiche Rehkitze vor dem Mähtod gerettet werden“, erklärte Hohenegger. In den nächsten Jahren gelte es, den Fokus auf die Verbesserung der Bewirtschaftung zu legen, „durch die starke Präsenz des Rotwildes wird das Reh in unserem Bezirk oftmals stiefmütterlich behandelt“, kritisierte Hohenegger. Man wolle „künftig auch diese Wildart ordentlich und gemäß den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen bewirtschaften“.
Erfreulich: Steinwildprojekte und neue Kühlzellen
Im Hinblick auf das Steinwild konnten 33 Stück entnommen werden. Hohenegger dankte u. a. dem Koordinator des Steinwildprojektes Albrecht Plangger, dem Rechtsanwalt und Vertreter des Südtiroler Jagdverbandes Guido Marangoni, den Jagdaufsehern sowie dem Amt für Wildtiermanagement. Auch erinnerte der Bezirksjägermeister an ein weiteres Steinwildprojekt auf Landesebene, das im vergangenen Jahr starten konnte. Als Trägergemeinde fungiert die Gemeinde Schnals. „Ziel dieses mehrjährigen Projekts ist es, die genetischen Veranlagungen unserer Steinböcke zu erforschen“, erklärte Hohenegger und dankte dem Schnalser Revierleiter Markus Gurschler. Erfreuliches habe sich auch in Sachen Kühlzellen getan. „In den vergangenen Jahren konnte im gesamten Bezirk eine umfassende Erneuerung zahlreicher Kühlzellen realisiert werden. Vor dem Hintergrund der verschärften Richtlinien zur Wildbrethygiene ist die Bereitstellung einer zeitgerechten Infrastruktur von essenzieller Bedeutung“, unterstrich Hohenegger.
Als Ehrengäste bei der Hegeschau vor Ort waren u. a. Landes-jägermeister Günther Rabensteiner und sein Vize Guido Marangoni, Senator Meinhard Durnwalder, der ehemalige Bezirksjägermeister Berthold Marx, der Schlanderser Gemeindereferent Werner Wallnöfer sowie Vertreter des Nationalparks und der Forstbehörde. Die Gäste lobten vor allem die Tätigkeiten der Jägerschaft. Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Grauner Jagdhornbläser „Hirschruf“ sowie die Jagdbläsergruppen „Spielegg“ (Kastelbell), „Similaun“ (Schnals) und „Weisskugel“ (Matsch). Ingrid Andreaus und ihr Team waren für eine gut besuchte Kinderbastelecke verantwortlich. Am ersten Tag stand zudem ein Filmabend mit „Jagderlebnisse und Wildbeobachtungen“ von Leo Lanthaler auf dem Programm.