Bei strahlendem Bergwetter wurde am 25. August das 150-jährige Bestehen der Julius-Payer-Hütte gefeiert.
Bischof Ivo Muser beim Gottesdienst
Das Personal der Payerhütte stellt sich täglich mit Freude und Engagement den besonderen Herausforderungen des Hochgebirgsalltags.
An den Feierlichkeiten nahmen über 100 Bergsteigerinnen und Bergsteiger teil (Bild rechts).

Jubiläumsfeier auf 3.029 Metern

150 Jahre Julius-Payer-Hütte am Ortler

Publiziert in 16 / 2025 - Erschienen am 9. September 2025

Sulden/Ortler - Am 25. August feierte die Julius-Payer-Hütte auf 3.029 Metern ihr 150-jähriges Bestehen. Zahlreiche Bergsteigerinnen und Bergsteiger, viele Interessierte aus nah und fern sowie prominente Gäste nahmen bei strahlendem Bergwetter an den Feierlichkeiten teil. Die erste Hütte war 1875 von der Sektion Prag des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins errichtet und nach dem Alpinisten und Polarforscher Julius Payer benannt worden. 1999 ging die Payerhütte schließlich in den Besitz des Landes Südtirol über und wird seitdem vom Amt für Vermögensgüter verwaltet. Wie bereits vor 150 Jahren begleiteten die Klänge der Musikkapelle Prad die Feierlichkeiten. Den geistlichen Höhepunkt bildete die Heilige Messe, die Bischof Ivo Muser in der kürzlich renovierten Kapelle zum Hl. Antoninus zelebrierte. Nach der Messe richtete Alexander Ortler vom Hotel Cevedale/Sulden seine Grußworte an die Festgemeinschaft. Landeshauptmann-Stellvertreterin Rosmarie Pamer gratulierte dem Hüttenwirt Bernhard Wöll, dessen Familie die Hütte seit 105 Jahren bewirtschaftet. Auch Hanspeter Gunsch, Amtsdirektor des Amtes für den Nationalpark Stilfserjoch, würdigte die historische Bedeutung der Hütte und ihre Rolle als wichtiger Stützpunkt im Hochgebirge. Hüttenwirt Bernhard Wöll, der die Julius-Payer-Hütte mittlerweile in vierter Generation führt, nutzte die Gelegenheit, um seiner Familie zu danken. Besonders hob er den Einsatz seiner Mutter Filomena Ortler hervor, die die Hütte bis 2016 36 Jahre lang gemeinsam mit ihrem Mann Hermann Wöll leitete und ihren Sohn bis heute tatkräftig unterstützt. Mit bewegenden Worten betonte er die persönliche Hingabe, die mit der Hüttenführung verbunden ist: „Den ganzen Sommer über lebe ich hier oben auf der Hütte, während meine Frau Elisa mit unseren beiden kleinen Söhnen im Tal bleibt. Ohne ihre Unterstützung wäre das alles nicht möglich.“ Darüber hinaus lobte Wöll seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich täglich mit Freude und Engagement den besonderen Herausforderungen des Hochgebirgsalltags stellen. 

„Materialseilbahn notwendig“

Gleichzeitig wies Wöll auf die hohen Kosten und den enormen organisatorischen Aufwand für die Materiallieferungen per Hubschrauber hin, die er vollständig selbst tragen muss. Daher wäre der Bau einer Materialseilbahn dringend erforderlich, um die Hütte auch künftig professionell betreiben zu können. Für alle Bergsteigerinnen und Bergsteiger wurden am 25. August auf der Sonnenterrasse Getränke und Häppchen serviert, während die geladenen Ehrengäste im Speiseraum Hirschgulasch mit Speckknödeln und Marillenkuchen genießen konnten. Diese Bewirtung spendierte Bernhard Wöll persönlich – eine großzügige Geste, die die lange Tradition der Gastfreundschaft der Julius-Payer-Hütte würdigt.

Buch erzählt die Geschichte

Anlässlich des Jubiläums war auch die Autorin Karin Ortler vor Ort, Tante des aktuellen Hüttenwirts und selbst viele Sommer auf der Hütte tätig. Ihr Buch „Die Julius-Payer-Hütte – 150 Jahre Gastfreundschaft am Ortler“ (Effekt-Verlag, Neumarkt) erzählt die Geschichte des Schutzhauses anhand historischer Fotos, Originaldokumente, Zeitzeugenberichte und Presseartikel. Ergänzt wird die Chronik durch Porträts der Hüttenwirtinnen und Hüttenwirte, die Einblicke in den Alltag und die Herausforderungen in hochalpiner Lage geben. Das Buch ist im Handel erhältlich. Mit der Jubiläumsfeier wurden im Besonderen die lebendige Tradition und Bedeutung der Julius-Payer-Hütte für Alpinismus und Gastfreundschaft am Ortler gewürdigt. 

Redaktion

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