Der MGV Schlanders auf dem Weg von Tschengls zur „Möhrenhütte“.
Karl Perfler

Karl Perfler zieht nach Matsch

Publiziert in 17 / 2025 - Erschienen am 23. September 2025

Tschengls/Matsch - Nachdem der Pachtvertrag mit dem Besitzer der Tschenglsburg zum Jahresende ausläuft und einvernehmlich nicht mehr verlängert wird, hat sich Karl Perfler ab 2026 für einen Neubeginn in Matsch entschieden. Er wird ab Jänner im Bergsteigerdorf den Gast- und Hotelbetrieb „Weisskugel“ führen. Dessen Besitzer, Carl Defranceschi, freut sich über die neue Zusammenarbeit. Fast 15 Jahre lang hat Karl Perfler in der Tschenglsburg ununterbrochen „gebuggelt“, bei Tag und oft auch bei Nacht. Und nun wechselt er zu Beginn des neuen Jahres dankbar und zufrieden nach Matsch „wo ich dem Vinschger Himmel noch näher sein darf“. Was er mitnimmt, ist nicht nur das Klavier und andere Dinge, sondern auch den „Geist“, mit dem er die Tschenglsburg seit Juni 2011 zusammen mit seinem Team belebt hat und noch bis Jahresende beleben wird. Angefangen hat seine Zeit in Tschengls im Juni 2011 mit einer Mal- und Zeichenaktion der Tschenglser Kindergartenkinder und „aufhören werde ich am 31.Dezember mit den Schellenkindern“. Was sich im Kulturgasthaus seit 2011 getan hat, lässt sich nicht mit wenigen Worten beschreiben: Es gab 68 Ausstellungen, an die 500 Konzerte und Musikveranstaltungen, unzählige Seminare und Vorträge, das beliebte Marillenblütensingen der Chöre und viele Begegnungen von Menschen aus dem Vinschgau, ganz Südtirol und darüber hinaus und vieles vieles mehr. Auch Filmteams haben sich für die Vision der Tschenglsburg interessiert und so wurden allein 2024 mehrere Filme gedreht und ein Film schaffte es zur Film-Biennale in Venedig. Bei der Uraufführung des prämierten Films über die Kraft des Handwerks wurde Karl Perfler in Mailand gefeiert und gewürdigt. Zweifellos gelungen ist es ihm, der Burg eine Identität zu geben. Zum Aspekt der Wirtschaftlichkeit meinte er, dass es ihm nie darum gegangen sei, große Gewinne zu machen, denn sonst hätte er die Tschenglsburg nicht auch während der Wintermonate offen gehalten. Er hat noch Energie genug, um mit seinem Team in Matsch neu zu beginnen und auch die Getreidefelder zu bestellen. Das Backen von Brot, die Musik und Kultur, die Heimat und die Begegnungen mit den Dorfbewohnern sollen auch in der „Weisskugel“ im Zentrum stehen. Die letzten 100 Tage des Kulturgasthauses Tschenglsburg sind am 21. September angelaufen und zwar mit Auftritten des MGV Schlanders, der anlässlich des „Internationalen Tages des Friedens“ zu einer Matinee eingeladen hatte. Zum Auftakt sang der MGV im Schlosshof und nach dem Mittagessen ging es zur „Möhrenhütte“, wo weitere Lieder gesungen wurden. Die „Möhrenhütte“  wird Karl Perfler weiterhin für verschiedene Zwecke nützen, zumal der Pachtvertrag mit der Fraktion Tschengls noch drei Jahre läuft. Auch dem Getreideanbau wird sich der „Sämann“ weiterhin widmen. 

Josef Laner

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