die „Palazzina Comando“
der Südriegel („Palazzina Misurata“)
die „Villa Wielander“
Als Ganzes stehen und erhalten bleiben soll in den nächsten Jahren die „Palazzina Tagliamento“ (Nordriegel).

Leitdokument für Abrissarbeiten

Dieses Mal dürften die Bagger wohl bei Tag anrücken.

Publiziert in 6 / 2026 - Erschienen am 24. März 2026

Schlanders - Der Aufschrei war groß, als am 5. Oktober 2022 um 5 Uhr in der Nacht im Kaserenareal in Schlanders Bagger auffuhren und mit Abbrucharbeiten begannen, und zwar bei der „Palazzina Comando“ und an der Ostflanke des Südriegels („Palazzina Misurata“). Wenige Stunden nach dem Beginn der Arbeiten – Bürgermeister Dieter Pinggera hatte die Anordnung „Abbruch von Kasernen“ am Tag zuvor um 17.38 Uhr digital unterzeichnet – wurden sie gestoppt. Die Landeskonservatorin Karin Dalla Torre hatte noch am Vormittag des 5. Oktober die sofortige Einstellung der Arbeiten verfügt. Die Nacht- und Nebelaktion hat weit über Schlanders hinaus zu Protesten geführt. Wie Pinggera schon am 5. Oktober 2022 ankündigte, werde an der Absicht, das Kommando-Gebäude und den Südriegel abzureißen, nicht gerüttelt: „Es ist unser politischer Wille und auch unsere Verpflichtung, demokratisch und so gut wie einstimmig gefasste Beschlüsse umzusetzen.“ Im Frühjahr des vergangenen Jahres  wurde der Denkmalschutz für die Drususkaserne aufgehoben und die Landesregierung kündigte an, keinen weiteren Versuch zu unternehmen, das Kasernen-Areal unter Denkmalschutz zu stellen.

„Comando“, „Misurata“ und „Villa Wielander“

Rund dreieinhalb Jahre nach der gestoppten Aktion wird es jetzt ernst. „Endlich“, wie aus breiten Teilen der Bevölkerung zu hören ist. Am 26. März soll der Gemeinderat ein „Projektleit-
dokument betreffend den Abbruch der Kasernen“ genehmigen. Wie durchsickerte, sind 3 Gebäude betroffen: Das Kommando-Gebäude mit der Marmorfassade, das seit dem 5. Oktober 2022 eine Ruine ist, die „Villa Wielander“, wo einst Offiziere wohnten, und die „Palazzina Misurata“, also der Südriegel, in dessen unmittelbarer Nähe sich das Berufsbildungszentrum Schlanders befindet. Weil die Arbeiten für den Bau der Tiefbauhalle für das Berufsbildungszentrum heuer beginnen sollen und weil es dafür einen Teil der Grundfläche braucht, auf welcher der Südriegel steht, ist auch aus diesem Grund Eile geboten. Noch unklar zu sein scheint, ob die „Palazzina Misurata“ vollständig abgebrochen oder in Teilen erhalten und gesichert werden soll. In keiner Weise betroffen ist natürlich die BASIS in der ehemaligen „Palazzina Servizi“. Das Gründer- und Innovationszentrum hat im Laufe der vergangenen Jahre im Vinschgau sowie auch auf Landesebene und international eine beachtliche Strahlkraft entwickelt. Zu den Zielen gehören die regionale und gesellschaftliche Entwicklung in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Bildung und Soziales. Als Ganzes stehen und erhalten bleiben soll in den nächsten Jahren die „Palazzina Tagliamento“, der Nordriegel an der Kortscher Straße, wo sich die Kreativwerkstatt der BASIS befindet. Das Projektleitdokument, das dem Gemeinderat vorgelegt wird, beinhaltet neben dem Abbruchkonzept auch eine Kostenschätzung. Auf dem Areal, das durch den Abriss verschiedener Gebäude frei wird, soll vor allem Wohnraum entstehen.

Josef Laner

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