Weltladen-Obmann Richard Theiner, BASIS-Mitarbeiterin Magda Tumler und die Referentinnen und Referenten Michael Hofer, Monika Stocker Schwembacher, Petra Theiner, Sonja Platzer, Helmut Spiess und Elisabeth Tappeiner.
Petra Theiner präsentierte Bilder aus Indien, die unter die Haut gingen.

Mit gutem Beispiel voran

Globale Verantwortung beginnt im Vinschgau.

Publiziert in 19 / 2026 - Erschienen am 20. Oktober 2026

Schlanders - Seit 1979 steht der 16. Oktober alljährlich im Zeichen der Welternährung. Der Welternährungstag soll weltweit für das Ende des Hungers, den Wert von Lebensmitteln und eine gesunde, nachhaltige Ernährung sensibilisieren. Passend dazu organisierte der Weltladen Latsch in Zusammenarbeit mit der BASIS Vinschgau in den Räumlichkeiten der ehemaligen Drususkaserne in Schlanders einen Vortragsabend unter dem Motto „Globale Verantwortung beginnt im Vinschgau“. Verschiedene gelungene Projekte wurden dabei vorgestellt. „Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viele Initiativen im Vinschgau“, so Richard Theiner, der Obmann der Genossenschaft, die den Weltladen Latsch führt. 

Gegen Verschwendung

Michael Hofer stellte die Bürgergenossenschaft Obervinschgau DA vor, die heuer zehnjähriges Jubiläum feiert. Die Genossenschaft wolle nicht nur für ihre Mitglieder da sein, sondern für alle Bürger/innen. Man wolle die Region in allen Bereichen fördern. Sämtliche produzierenden Mitglieder arbeiten biologisch. Die Genossenschaft setzt sich seit ihrer Gründung für eine ökologisch und ökonomisch nachhaltige Entwicklung im Obervinschgau ein. Sonja Platzer, die 2019 die Tafel der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft in Latsch eröffnete, berichtete über die wichtige Arbeit einer solchen Institution. Sämtliche Mitarbeitenden seien ehrenamtlich dabei. Viel Essen werde leider weggeworfen, „gleichzeitig gibt es Menschen, die es brauchen“, unterstrich Platzer. Die Südtiroler Vinzenzgemeinschaft sammelt und verteilt über ihre lokalen Vinzenztafeln und den VinziMarkt sowohl originalverpackte, haltbare Lebensmittel als auch Waren, die kurz vor dem Verfallsdatum stehen oder dieses bereits überschritten haben, gemäß den gesetzlichen Bestimmungen gegen Lebensmittelverschwendung. Spenden können sowohl Geschäfte als auch Private. Insgesamt werden in Latsch derzeit rund 15 Familien unterstützt, die Zusammenarbeit erfolgt mit dem Sozialsprengel. 

„Man kriegt viel zurück“ 

Über den großen Stellenwert von Lebensmitteln sprach Bäuerin Monika Stocker Schwembacher. Gemeinsam mit ihrer Familie baut sie am Niederwieshof am Eingang des Martelltales u. a. verschiedenstes Beerenobst, Kirschen und Marillen sowie Gemüse an. Ihr Wissen gibt sie in Kursen weiter, fungiert zudem als Lebensmittelbotschafterin und hat sich ein eigenes Catering aufgebaut. Sie hob hervor, wie wichtig es sei, saisonal zu denken. Helmut Spiess aus Taufers im Münstertal, ein freiwilliger Helfer beim Verein Südtiroler Ärzte für die Dritte Welt, erzählte von den Hilfsprojekten. Seit 2000 ist er in Südindien aktiv, seit über 20 Jahren auch in Nepal. „Man kriegt viel mehr zurück als man gibt“, unterstrich er und betonte, dass auch kleine Sachen die Welt verändern könnten. In dieselbe Kerbe schlug Petra Theiner. Die Praderin, die heuer mit dem Verdienstkreuz des Landes Tirol ausgezeichnet wurde, informierte über ihre Arbeit in Kalkutta und ihren Verein „Hoffnung auf einen besseren Morgen“. Durch die Hilfe des Vereins konnten bereits rund 1.000 Kinder eine Schule besuchen. Auch für den Bau von Infrastrukturen, Brunnen etc. setze sich der Verein ein, stets in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort. „Ich erlebe viel Dankbarkeit. Diese Dankbarkeit mitheimnehmen zu können, ist ein riesiges Geschenk“, so Theiner. Elisabeth Tappeiner, Bäuerin am Kartheingut in Tschars und Bezirksbäuerin des SBB, berichtete über ihre Projekte, wie den Safrananbau. Als Vorstandsmitglied im Verein Sortengarten Südtirol setze sie sich zudem für den Erhalt der landwirtschaftlichen Vielfalt ein. 

Vieles tut sich 

„Wir sehen, im Vinschgau tut sich einiges“, so das Fazit von Richard Theiner nach der Veranstaltung. So ein Abend sei vor allem auch deshalb wichtig, um positive Beispiele zu sehen, von Menschen, die sich für eine bessere und nachhaltigere Welt einsetzen. Schlechte Nachrichten gebe es leider schon genug.

Michael Andres

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