Motorsportveranstaltungen: Land zieht Bremse

Publiziert in 12 / 2026 - Erschienen am 30. Juni 2026

Bozen/Vinschgau - Die Landesregierung hat am 19. Juni eine Regelung für organisierte Motorsportveranstaltungen auf bestimmten Staats- und Landesstraßen beschlossen, die in die Zuständigkeit des Landes fallen. Die Maßnahme betrifft Straßen in geschützten Gebieten sowie Gebiete über 1.600 Metern Meereshöhe. Dort sind organisierte Motorsportveranstaltungen künftig nicht mehr zulässig. Der Individualverkehr wird nicht eingeschränkt. Mit dem Beschluss will die Landesregierung eine konkrete Maßnahme der Nachhaltigkeitsstrategie Südtirol 2030 sowie des Klimaplans Südtirol 2040 umsetzen. Motorsportveranstaltungen stehen den entsprechenden Zielen entgegen, „da sie zusätzliche Belastungen durch Lärm, Emissionen und Verkehr verursachen“, heißt es in einer Aussendung des Landespresseamtes. „Uns ist bewusst, dass diese Regelung allein die Herausforderungen auf den Passstraßen nicht löst. Das hohe Verkehrsaufkommen und die dort verbreitete Raserei erfordern zusätzliche, gezielte Maßnahmen, an denen wir bereits arbeiten“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher. Die Regelung umfasst nicht nur Motorsportveranstaltungen mit Wettbewerbscharakter, „sondern sämtliche organisierten Motorsportveranstaltungen mit Unterhaltungscharakter, unabhängig von der Art der eingesetzten Fahrzeuge – ob Auto, Motorrad oder Traktor – und unabhängig vom jeweiligen Antriebssystem.“ Betroffen ist demnach auch die „Oldtimer Traktortour“ auf das Stilfserjoch. Im Vorjahr war die „Stilfserjoch Oldtimer Traktortour“ erstmals mit CO₂-neutralem Diesel/HVO abgehalten worden. Die neue Regelung betrifft Straßenabschnitte, die zu den Dolomitenpässen, Naturparks, zum Nationalpark und zu Landschaftsschutzgebieten führen. Die Regelung gilt zudem für besonders geschützte Gebiete oberhalb von 1.600 Metern Meereshöhe. Für Fragen und Antworten im Zusammenhang mit der neuen Regelung kann man in das Landewebportal (Örtliche Körperschaften) einsehen. Dort sind unter anderem alle betroffenen Straßenabschnitte angeführt. Zudem sind die Daten auch im Geobrowser (Bereich Mobilität/Nachhaltige Mobilität/Regelung Motorsportveranstaltungen) abrufbar. Begrüßt wird die neue Regelung nicht nur von der Umweltschutzgruppe Vinschgau, sondern auch vom AVS Südtirol, der von einem Schritt in die richtige Richtung spricht, sowie vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz, der als nächsten Schritt gezielte Verkehrskontrollen auf den Pässen fordert.

Josef Laner

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