Samuel Leiter (links) und Carletto Bonavigo beim „Phönix aus der Asche“.
Sie halfen beim Aufstellen mit (v.l.): Baggerist Jakob Gurschler, Andreas Pöhl („Die Niederwieser“), Maturant Samuel Leiter, Gregor Holzknecht (Onkel von Carletto) und Motorsägen-Künstler Carletto Bonavigo.

„Phönix aus der Asche“

Als Erinnerung an den Waldbrand und Symbol für den Neuanfang

Publiziert in 10 / 2026 - Erschienen am 19. Mai 2026

Latsch - Wer auf den Annenberger Böden am Sonnenberg in Latsch unterwegs ist, stößt seit dem 12. Mai auf eine besondere Holzskulptur. Es ist dies der „Phönix aus der Asche“, aufgesetzt auf einem verkohlten Kiefer-Baumstamm. Die Holzskulptur erinnert an den großen Waldbrand, bei dem im März 2025 unterhalb von St. Martin im Kofel rund 31 Hektar Wald vollständig zerstört wurden. Insgesamt war eine Waldfläche von ca. 93 Hektar betroffen.

Bleibendes Zeichen

Dass er den großen Waldbrand als Thema für sein Maturaprojekt wählen würde, war für den 18-jährigen Samuel Leiter aus Naturns, der heuer seine Ausbildung an der Fachschule Fürstenburg in Burgeis in der Fachrichtung Forstwirtschaft abschließt, von Anfang an klar. Er hatte 2025 rund 2 Monate nach dem Großbrand ein einwöchiges Schulpraktikum in der Forststation in Latsch absolviert. Dadurch hatte er die Möglichkeit, an Lokalaugenscheinen im Brandgebiet teilzunehmen und die waldbaulichen Maßnahmen kennenzulernen, die von der Forstbehörde ins Auge gefasst wurden. Von der Idee von Samuel Leiter, einen „Phönix aus der Asche“ als Mahnmal, bleibendes Zeichen und als Symbol für den Neuanfang zu schaffen, waren alle sofort begeistert. Die Direktorin der Fachschule Fürstenburg, Monika Aondio, ebenso, wie die Lehrpersonen, die Forststation Latsch, das Forstinspektorat Schlanders und vor allem auch die Gemeindeverwaltung Latsch mit Bürgermeister Mauro Dalla Barba, die die Projektkosten übernahm.

16 Stunden mit der Motorsäge

Für die Anfertigung seines Entwurfs für den Phönix konnte Samuel den talentierter Motorsägen-Künstler Carletto Bonavigo aus Laas gewinnen. 16 Stunden lang hat Carletto in Tschengls mit der Motorsäge gearbeitet, um aus dem Stamm einer Urlärche aus Langtaufers den rund 2,2 Meter hohen Phönix zu schaffen. Spannende Momente erlebten alle Beteiligten, als die ca. 250 kg schwere Skulptur am 12. Mai bei starkem Nordwind auf einer ausgewählten Stelle auf den Annenberger Böden aufgestellt wurde. Die Firma „Die Niederwieser des Andreas Pöhl“ hatte schon im Vorfeld ein Betonfundament gegossen und zwei U-Schienen aus Metall als Halterung für den verkohlten Stamm einer Kiefer einbetoniert. Am 12. Mai wurde der Baumstamm verankert und der „Phönix“ darauf aufgesetzt und fixiert. 

Schautafel mit Infos

Mittlerweile wurde bei der Skulptur auch eine Info-Tafel angebracht. Über einen QR-Code erfährt man viel Wissenswertes rund um den Waldbrand in deutscher, italienischer und englischer Sprache. Auch zu Fotos hat man Zugang. In die Löscharbeiten gewinnt man ebenso Einblick, wie in die Wiederaufforstung, bei der es vor allem darum geht, laubholzreiche Mischwälder zu errichten.

Josef Laner

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