Das Tourismusentwickelgebiet „Gallenmahd“

Rekurs gegen Hotelprojekt

Publiziert in 19 / 2026 - Erschienen am 20. Oktober 2026

Martell - Mountain Wilderness Italia, der Dachverband für Natur- und Umweltschutz, der Heimatpflegeverband Südtirol, die Umweltschutzgruppe Vinschgau und der CAI Alto Adige haben am 8. Oktober gemeinsam Rekurs beim Verwaltungsgericht Bozen eingereicht. Angefochten wird der Beschluss des Gemeinderates von Martell vom 25. Juni, mit dem der Durchführungsplan für das Tourismusentwicklungsgebiet „Gallenmahd“ genehmigt wurde. „Auf einer bisher unverbauten Lichtung auf 1.665 Metern Meereshöhe, mitten im Nationalpark Stilfserjoch, soll ein Vier-Sterne-Hotel mit rund 15.650 Kubikmetern Baumasse und 120 bis 140 Betten entstehen — mehr als sechs Kilometer vom nächsten Ortskern entfernt, mitten in der Naturlandschaft auf einer Fläche ohne jegliche Erschließung, mit bis zu 6.191 Quadratmetern Bodenversiegelung“, schreiben die 5 Organisationen. Aus ihrer Sicht sei dies der falsche Schritt für das Martelltal. Martell werbe mit einem weitgehend unversehrten Tal und habe sich für den sanften Tourismus entschieden. „Ein Großhotel am Talschluss setzt genau dieses Kapital aufs Spiel. Die Frage ist nicht, ob man in ‚Gallenmahd‘ bauen kann, sondern ob man dort bauen soll“, heißt es weiter. Damit überhaupt gebaut werden könne, müsse zunächst ein Schutzdamm errichtet werden, „denn der Bauplatz liegt in der roten Lawinengefahrenzone.“ Als weiterer Rekurs-Grund wird eine „lückenhafte Umweltprüfung“ genannt. „Solange der Nationalparkplan nicht genehmigt ist, gilt das enge staatliche Rahmengesetz. Ein Hotel dieser Größenordnung samt Schutzdamm ist mit den Schutzzielen eines Nationalparks nicht vereinbar“, heißt es weiter. Verwiesen wird unter dem Hinweis „Bestand vor Neubau“ u.a. auch auf das seit fast 80 Jahren leerstehende Hotel „Paradiso“. Man wolle nicht gegen eine touristische Entwicklung in Martell auftreten, „aber eine Nationalparkgemeinde braucht eine Entwicklung, die zum Nationalparkgrundgedanken passt: kleinteilig, im Bestand, mit echtem Nutzen vor Ort.“

Redaktion

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