Die Erstunterzeichner/innen der Schlanderser Erklärung (v.l.): Gemeinderätin Gerda Platzgummer Wellenzohn, Gemeindereferentin Kunhilde von Marsoner, Gemeinderätin Christiane Pircher, hds-Bezirkspräsident Dietmar Spechtenhauser, sein Burggräfler Amtskollege Adi Erlacher, Bürgermeisterin Christine Kaaserer, Thomas Schuster (Eisdiele Ortler/Projekt-Arbeitsgruppe), Vize-BM Jürgen Tragust sowie hds-Bezirksleiter Aaron Pircher.

„Schlanderser Erklärung“

Sieben Prinzipien und ein Signal nach Europa.

Publiziert in 8 / 2026 - Erschienen am 21. April 2026

Schlanders - „Wir sind überzeugt, dass das Herz einer lebendigen Gemeinschaft nicht zuletzt im kleinen Einzelhandel liegt“, unterstrich Thomas Schuster, als er die „Schlanderser Erklärung“ am 17. April am Ende der offiziellen Auftaktveranstaltung und den Feierlichkeiten zur „Hauptstadt des kleinen Einzelhandels 2026“ in der BASIS präsentierte. Zur Erinnerung: Der Vinschger Hauptort hatte Ende Jänner in Brüssel den Titel in der Kategorie „Vanguard City“ (Orte von 5.000 bis 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern) beim erstmals vergebenen europäischen Wettbewerb „European Capitals of Small Retail (ECoSR) 2026“ gewonnen. Damit hat Schlanders auch eine Art Auftrag als „Vorreiterstadt“ voranzugehen. Die „Schlanderser Erklärung“ solle eine Aufforderung an die Politik sein, auf lokaler, staatlicher und europäischer Ebene. „Kleine Orte brauchen eine Stimme, die erhört wird“, betonte auch Bürgermeisterin Christine Kaaserer. Der kleine Einzelhandel habe auch in ländlichen Gebieten und Bergregionen eine Zukunft, „er benötigt hierfür aber politische Rahmenbedingungen“, forderte Schuster. 

Sieben Prinzipien

Die Erklärung beinhaltet sieben Prinzipien. Erstens werde dazu aufgerufen, den lokalen Einzelhandel als Teil des Gemeinwohls anzuerkennen. Zweitens gelte es, die Belebung von Ortskernen zum Förderkriterium zu machen. Weitere Punkte: Den regionalen Wirtschaftskreisläufen Vorrang geben; Regelwerke schaffen, die den lokalen Handel nicht benachteiligen; Betriebsübergaben selbstverständlich machen und Mentoring zwischen Generationen fördern; digitale Lösungen, die für kleine Betriebe gemacht sind, fördern; kleine Gemeinden im Vorfeld der Entscheidungen miteinbinden. „Wir nutzen unser Titeljahr, um zu zeigen, was möglich ist. Wir experimentieren. Wir dokumentieren. Wir teilen Erfolge und Fehler. Wir laden jeden dazu ein, diese sieben Grundsätze zu unterschreiben“, so Schuster.

Über Digitales und Betriebsnachfolge

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung in der BASIS, die auch online mitverfolgt werden konnte, standen nicht zuletzt verschiedene Präsentationen auf dem Programm. So wurden u. a. die MIAr-App und ein 3-D-Digitalmodell des Schlanderser Ortszentrums vorgestellt. Letzteres präsentierte Daniel Wielander von der Burgeiser Firma roomvisio. Dabei kann man etwa Geschäfte virtuell erkunden und direkt auf den jeweiligen Onlineshop zugreifen. Aaron Pircher, der hds-Bezirksleiter im Vinschgau, stellte die Initiative „Be the Next Boss“ vor, in der es um die Herausforderung der Betriebsnachfolge geht. Hierbei solle es eine Anlaufstelle für beide Seiten geben, sprich jene, die den Betrieb übergeben, sowie für potenzielle Nachfolger. Ob das Projekt im Rahmen einer Plattform laufe oder durch Aktionen, solle sich zeigen. „Wichtig ist, wir fangen an“, so Pircher. Vorgestellt wurden auch die weiteren Titelträger des EU-Wettbewerbs, die Vibrant City 2026 (50.000 bis 250.000 Einwohner/innen) Caldas da Rainha (Portugal) sowie die Visionary City 2026 (über 250.000) Barcelona. Grußworte mittels Videobotschaften überbrachten Giulia Del Brenna und Natalía Martínez Páramo von der EU-Kommission sowie Südtirols hds-Präsident Philipp Moser. Ebenfalls zum Veranstaltungsprogramm gehörten Führungen durch Schlanders mit den Gästen aus Portugal und Spanien.

Michael Andres

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