In Verona haben Tierschutzorganisationen kürzlich gegen den Import von 1.600 Beagle-Hunden aus einer großen Zuchtfabrik in Frankreich für ein Versuchslabor in Verona protestiert. Mit dabei waren auch Tierliebhaber aus Südtirol bzw. dem Vinschgau (im Bild).
Beagle-Hunde werden nach wie vor für Tierversuche verwendet.

Tierschutz geht uns alle an!

„Jeder Mensch sollte selbst Verantwortung im Umgang mit Tieren übernehmen“

Publiziert in 13 / 2025 - Erschienen am 15. Juli 2025

Vinschgau/Südtirol -  Tiere aller Art, große und mikroskopisch kleine haben eine wesentliche Bedeutung für uns Menschen und für die gesamte Biodiversität. Oft ist uns nicht bewusst, welche Rolle eine Tierart hat. Unsere Unwissenheit, unser Fehlverhalten und Missverständnisse führen viel zu oft dazu, dass Tiere leiden, getötet und ausgerottet werden. Dabei sollte uns allen bewusst sein, dass Tiere lebendige Geschöpfe sind, die Freude und Schmerzen fühlen. Tiere bereichern uns Menschen in einem riesigen Ausmaß. Daher sollte von uns Menschen viel mehr Achtung, Hilfe und Schutz gegenüber den Tieren aufgebracht werden.

Tierschutzgesetz als kleiner, aber wichtiger Schritt  

Einen kleinen, aber wichtigen Schritt in Richtung mehr Tierrechte hat das italienische Parlament erst kürzlich mit der Verabschiedung des neuen Tierschutzgesetzes gesetzt. Der Schutz bezieht sich nun direkt auf die Tiere und nicht mehr nur auf das menschliche Empfinden für Tiere. Die Tiere werden nicht mehr als „Sache“, sondern als Rechtssubjekt geschützt! Neben erheblich hohen Gefängnis- und Geldstrafen ist unter anderem auch das Verbot auf dem gesamten Staatsgebiet, Hunde an der Kette zu halten, vorgesehen. Zusätzlich zu den rechtlichen und politischen Maßnahmen sollte jeder Mensch selbst Verantwortung im Umgang mit Tieren übernehmen. Dabei darf es keinen Unterschied machen, ob es um Haustiere oder um Nutztiere geht. Letztere erleiden vor allem in der Massentierhaltung unendliches Leid. Die einzige Möglichkeit, diesen Tieren zu helfen, ist eine Veränderung unseres Konsumverhaltens. Bekanntlich kann der Verzicht bzw. zumindest die Reduzierung des Verzehrs von Fleisch und insgesamt von tierischen Produkten einen erheblichen Beitrag für Tier- und Klimaschutz leisten. Es gibt heute wie schon früher preiswerte und nahrhafte Proteinquellen, wie zum Beispiel Hülsenfrüchte, und teils auch schon sehr gute pflanzliche Fleisch- und Milchalternativen.

Nein zu Tierversuchen

Ein Thema, das aktuell viele Tierschutzorganisationen und deren Unterstützer in Italien stark beschäftigt, ist jenes der Tierversuche. Zahlreiche Studien und Wissenschaftler unterstreichen, dass Tierversuche nicht mehr zeitgemäß und notwendig sind. Aufgrund der fortgeschrittenen Technik kann heutzutage auch tierversuchsfrei geforscht werden. Die Übertragbarkeit von Tierversuchen auf Menschen ist begrenzt und aufgrund ethischer Überlegungen wird zunehmend gefordert, auf Tierversuche zu verzichten.

Positives Beispiel aus den USA

Eine positive Nachricht zur deutlichen Reduzierung von Tierversuchen kommt aus den USA. Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde NIH hat eine wegweisende Initiative vorgestellt, die auf eine verstärkte Förderung humanrelevanter Forschungsmethoden abzielt und den Einsatz von Tierversuchen deutlich reduzieren soll. Die Forschung soll effizienter und ethischer gestaltet werden. Seit Dezember 2022 ist in den USA gesetzlich gestattet, dass neue Medikamente nicht mehr zwingend im Tierversuch getestet werden müssen. Es bleibt sehr zu hoffen, dass sich diese Einstellung auch in Europa bald durchsetzt.

Für alternative Forschungsmethoden

Derzeit kämpfen Tierschutzorganisationen in Italien für ein Ende der Tierversuche und die Einführung alternativer Forschungsmethoden ohne den Einsatz von Tieren. Protestveranstaltungen gibt es aktuell auch gegen den Import von 1.600 Beagle-Hunden aus einer großen Zuchtfabrik in Frankreich für ein Versuchslabor in Verona. Dazu läuft ein gerichtliches Verfahren am Verwaltungsgericht in Rom. Bei mehreren öffentlichen Protestkundgebungen haben sich zahlreiche Menschen beteiligt, darunter auch einige Tierliebhaber aus Südtirol bzw. dem Vinschgau. Gegen das Unternehmen in Verona hatte die italienische Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen schwerwiegender Vorwürfe wie Tierquälerei und unnötige Tötung eingeleitet.

Auf tierversuchsfreie Produkte achten

Dass die Tierversuche größtes Leid und den Tod für Tausende von Tieren aller Art bedeuten, sollte uns allen bewusst sein. Auch hier können wir als Konsumenten selber Verantwortung übernehmen und zum Beispiel beim Kauf von Kosmetik- und Reinigungsmitteln, aber auch bei Nahrungsergänzungsmitteln auf vertrauenswürdige Siegel für tierversuchsfreie Produkte achten. Im Internet gibt es dazu nützliche Informationen, Tipps zum Einkauf und Auflistungen von tierversuchsfreien Handelsmarken. Anzumerken ist, dass als vegan gekennzeichnete Produkte nicht auch zwingend tierversuchsfrei sein müssen. Jeder von uns, der Tieren dieses grausame Schicksal ersparen möchte, sollte nur tierversuchsfreie Produkte kaufen. Es liegt wirklich an jedem von uns, das Leid und den Tod unzähliger Tiere zu reduzieren. Alternativen gibt es genug.

Ulrike Kuntner und Rudi Maurer

Redaktion

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