Tourismusvereine: Aus 3 mach 1?
Bienen-Weg zwischen Kortsch und Allitz im Visier.
Schlanders - Beim Tourismusverein Prad habe man zwar auch angeklopft, doch dieser ist angeblich nicht gewillt, mit weiteren Tourismusvereinen eine Fusion einzugehen. Eine solche wird nun zwischen den Tourismusvereinen Schlanders-Laas, Kastelbell-Tschars sowie Latsch-Martell angestrebt. Diese Katze aus dem Sack ließ Präsident Karl Pfitscher bei der Jahresversammlung des Tourismusvereins Schlanders-Laas, die am 27. April im Hotel Restaurant „Maria Theresia“ in Schlanders stattgefunden hat. Ob und wann die Fusion zustande kommt, sei noch offen. Fest steht, dass sich eine eigens eingesetzte Steuerungsgruppe mit Vertretern der drei Tourismusvereine sowie von Vinschgau Marketing mit einer eventuellen Fusion befasst. „Näheres kann ich derzeit noch nicht mitteilen“, so Pfitscher. Rückblickend auf 2025 konnte er auf ein leichtes Plus der Nächtigungen in den Gemeinden Schlanders und Laas verweisen. Die Zahl der Nächtigungen belief sich auf rund 175.000. Erneut verwiesen hat Pfitscher darauf, dass Schlanders in den vergangenen 2 Jahrzehnten ca. 800 Betten verloren hat und dass viele Betriebe zugesperrt haben, „so dass wir in Sachen Nächtigungen in etwa so dastehen, wie es vor 20 Jahren der Fall war.“
Mehrere Projekte im Visier
Die Bilanz 2025 und den Haushaltsvoranschlag 2026 stellte Helmuth Rainer, der Präsident des Aufsichtsrates, vor. Bei den Aufwänden scheinen u.a. auch Geldsummen auf, die für die Umsetzung verschiedener Projekte vorgesehen sind, wie etwa für die Errichtung eines Pumptracks in der Sport- und Freizeitzone in Schlanders, der 2027 gebaut werden soll. Angepeilt wird außerdem die Errichtung eines Weges zum Thema Bienen zwischen Kortsch (Sportplatz) und Allitz. Für den Pumptrack mit Gesamtkosten in Höhe von rund 360.000 Euro, den Themenweg (ca. 100.000 Euro) und weitere Projekt bzw. Vorhaben rechnet der Tourismusverein mit LEADER-Beiträgen und Mithilfen seitens der Gemeinde. Neben Pfitscher freuten sich auch die Vorstandsmitglieder Bea Hellrigl und Dietmar Spechtenhauser über die geplante Errichtung des Bienen-Weges. „Damit werden Landwirtschaft und Tourismus eng miteinander verknüpft“, sagte Hellrigl. Außerdem sei der Themenweg als Beitrag für eine positive Tourismusgesinnung anzusehen. Noch unklar ist, ob die Spielvereinigung Greuther Fürth – sie spielt in der 2. Bundesliga – für ein Trainingslager nach Schlanders kommt. Wenn ja, wäre dies mit nicht unerheblichen Ausgaben verbunden. Brunhilde Schöpf und weitere Mitglieder warfen bei der Diskussion ein, dass man es sich gut überlegen sollte, Ausgaben dieser Art zu tätigen. Sinnvoller wäre es, mehr Geldmittel anderweitig einzusetzen, etwa für die Instandsetzung des Wanderwegenetzes.
Begrünungen in der Fußgängerzone
Auf Veranstaltungen und Events im Vorjahr in den Gemeinden Schlanders und Laas blickte der Direktor Patrick Batista zurück. Auch über das Programm 2026 informierte er. Über den Tourismusverein abgewickelt wird weiterhin die Tätigkeit von Schlanders Marketing, wofür die Gemeinde Schlanders heuer 59.000 Euro bereitstellt. Wie die Bürgermeisterin Christine Kaaserer in ihren Grußworten mitteilte, fungiert Thomas Schuster für ein Jahr als Koordinator der Maßnahmen und Initiativen, wie sie nach der Verleihung der Auszeichnung von Schlanders als „Europäische Hauptstadt des kleinen Einzelhandels 2026“ geplant sind. Grußworte überbrachten auch der Tourismus- und Wirtschaftsreferent Manuel Trojer, der u.a. schrittweise Begrünungen in der Fußgängerzone sowie das Aufstellen weiterer Fahrradständer ankündigte, der Laaser Gemeindereferent und hds-Bezirkspräsident Dietmar Spechtenhauser und Oswald Plangger im Namen von IDM Südtirol. Abschließend dankte Karl Pfitscher allen Mitgliedern, dem gesamten Mitarbeiterstab, der Gemeinde, allen weiteren öffentlichen Geldgebern sowie den Sponsoren, in erster Linie der Raiffeisenkasse Schlanders.