Turmfalken brüten wieder erfolgreich
Schlanders - Bereits im Februar ist es für den Messner in Schlanders, Walter Viertler, und Hansjörg Götsch, Kurator und Vogelexperte des Vogelmuseums „avimundus“, immer Zeit, sich um die Turmfalken in der Pfarrkirche in Schlanders zu kümmern. Die Nistmulde im Turm wird mit Feinsand aufgefüllt und gesäubert, die Einflugnische wird marderdicht verschlossen. Da die Turmfalken selbst keinen Horst bauen, ist somit alles für eine weitere Brutsaison vorbereitet. Heuer wurde bereits am 12. Mai das Gelege mit sechs Eiern bebrütet, voriges Jahr waren es fünf Eier, eines davon unbefruchtet. Das Weibchen bebrütet das Gelege allein, es wird lediglich vom Männchen mit Nahrung versorgt. Zum großen Erstaunen waren nach 23 Tagen Brutzeit alle sechs Jungfalken geschlüpft. Das Falkenpaar versorgte die Jungvögel mit kleinen Bodentieren, v.a. Mäusen, aber auch Insektenfressern (Spitzmäuse und Maulwürfe), sowie Reptilien, Würmern und Insekten. Da heuer bei der langanhaltenden Hitze viele Kleinvögel aus den Nestern geflüchtet sind, scheint die Vogeljagd auch bei den stadtbrütenden Turmfalken eine wesentliche Rolle gespielt zu haben. Es wurden verschiedene Federn von Kleinvögeln als Beutereste gefunden, obwohl die Turmfalken normalerweise keine Vogeljäger, wie der Sperber, sind. Für die Jungvögel beginnt nach gut einem Monat Nestlingszeit und nach dem Ausfliegen die schwierigste Zeit des Überlebens. Man rechnet, dass in Mitteleuropa etwa 45 bis 55 Prozent der Jungvögel im ersten Jahr sterben. Walter Viertler und Hansjörg Götsch wünschen den jungen Turmfalken einen erfolgreichen Start ins Leben.