Nathalie und Kevin Trafoier dürfen sich mit dem Kuppelrain immer wieder über internationale Auszeichnungen freuen.

Und der Stern leuchtet weiter

Publiziert in 7 / 2026 - Erschienen am 8. April 2026

Kastelbell - Auch im Jahr 2026 leuchtet der Michelin-Stern für das Gourmet-Restaurant Kuppelrain in Kastelbell. Das einzige Sternelokal im Vinschgau verteidigt den prestigeträchtigen Michelin-Stern seit mehr als 25 Jahren erfolgreich. Bis die aktuelle Michelin-Plakette für 2026 das Lokal schmückt, dürfte es allerdings noch etwas dauern. „Vermutlich bekommen wir diese im Mai“, blickt Chefkoch Kevin Trafoier voraus. Die Bestätigung für den Stern hatte das Lokal bereits im November des vergangenen Jahres mit dem aktuellen Michelin-Guide erhalten. „In den Tagen vor der Erscheinung ist man schon immer wieder etwas nervös“, so Nathalie Trafoier, die für die Patisserie und alle süßen Köstlichkeiten verantwortlich ist. Vor allem, weil man nie sicher sein könne, ob es wieder für den begehrten Stern gereicht hat. Jährlich kommen nämlich Michelin-Testerinnen und Tester, sogenannte Inspektoren. Offiziell gibt es in Italien fünf bis sechs davon. „Es kann jeder sein: ein Pärchen, Mann oder Frau allein am Tisch, eine kleinere oder größere Gruppe. Man weiß es nicht, auch nicht, wann sie kommen, und es kann zudem sein, dass mehrmals getestet wird. Wir kennen sie nicht“, erklärt Kevin Trafoier. Sie kommen anonym, sie bleiben anonym. Man müsse sich daher immer wieder aufs Neue bestätigen und dürfe sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen.

Bei der „Nacht der Sterne“

An Auszeichnungen mangelt es dem Lokal ohnehin nicht. Erst im Februar wurde das Kuppelrain bei der Stuttgarter „Nacht der Sterne 2026“ prämiert, und zwar als fünftbestes Restaurant in ganz Südtirol. Auch im aktuellen Gault & Millau zählt das Kuppelrain wiederum mit vier Hauben und 17,5 Punkten zu den absoluten Top-Adressen. „Jede Auszeichnung ist natürlich eine Bestätigung und sehr wichtig, auch weil man immer im Gespräch bleibt“, weiß Nathalie Trafoier. Aber: Die schönste Auszeichnung sei es, „dass die Stammgäste immer wieder kommen, auch die vielen internationale Gäste“. 1988 hatten Jörg Trafoier und Sonya Egger den Grundstein für diese Erfolgsgeschichte gelegt und machten aus einem einfachen Gasthaus ein Gourmetziel. 2001 folgte der erste Stern, damals noch eine Rarität in Südtirol, und seither wird er Jahr für Jahr souverän verteidigt. Die Zukunft ist längst angerichtet: Kevin und Nathalie Trafoier sind seit rund einem Jahrzehnt Teil des Betriebs, die jüngste der Trafoiers, Giulya, hilft im Service tatkräftig. Die Eltern bleiben weiterhin präsent, Jörg im Service und Sonya mit ihrer preisgekrönten Weinbegleitung. Sie erhielt 2022 als erste Frau Italiens den Michelin Sommelier Award. Auch Nathalie hat unlängst ihre Sommelière-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Michael Andres

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