Vinschger Unternehmen baut für Olympia

Die Firma Josef Mair & Co KG hat in Livigno und in Cortina Projekte für die Olympischen Winterspiele realisiert

Publiziert in 2 / 2026 - Erschienen am 27. Januar 2026

Kortsch - Im Juli 2024 bekam das Vinschger Unternehmen den Auftrag, zwei größere Bauvorhaben in Livigno und im September 2025 eines in Cortina zu übernehmen. In Cortina hat die Firma Josef Mair & Co KG eine 3,5 km lange Verbindungsleitung vom Fluss Boite zum bestehenden Speichersee „Col Druscie“ zur schnelleren Befüllung gebaut. Ohne diese zusätzliche Füllleitung wäre der Skibetrieb in Cortina zu Weihnachten nicht möglich gewesen, erklärt Geschäftsführer Klaus Mair. In Livigno galt es, den gesamten Snowboardbereich mit allen Pisten für Skicross, Halfpipe, Slopestyle und Parallellslalom zu bauen. Der Vergabebetrag belief sich auf ca. 10 Mio Euro. Hinzu kam die Errichtung eines Speichersees mit einer 3,5 km langen Verbindungsleitung zum Snowpark mit Entsander, Pumpstation und gesamter Beschneiungsanlage. „Der See liegt auf 2550 m Meereshöhe und ist europaweit einer der größten“, erzählt Klaus Mair. Nicht verwunderlich bei einem Ausschreibungsbetrag von 15 Mio Euro! Beide Bauvorhaben konnten Mitte September 2024 in Angriff genommen und im Mai 2025 nach der Winterunterbrechung fortgeführt werden. Der Speichersee liegt auf 2550 m Meereshöhe, da gibt es normalerweise keinen Monat, in dem es nicht schneit. Da heißt es sich sputen, denn Olympia wartet nicht! Bis zu 40 eigene Mitarbeiter des Unternehmens Josef Mair & Co KG waren in Livigno beschäftigt, und es sei nur dem unermüdlichen Einsatz aller Mitarbeiter, Vorarbeiter und Maschinenführer zu verdanken, dass solch große Bauvorhaben innerhalb der vorgeschriebenen Zeit realisiert werden konnten. Namentlich nennt Klaus Mair den Vorarbeiter Sebastian Kaserer, der in Livigno ständig vor Ort war und Klaus Patscheider, der die Arbeiten mit weiteren Mitarbeitern vom Firmensitz aus koordiniert hat. Zu den Arbeiten des Snowparks gehörte die Errichtung eines 4-er Sessellifts und eines für Pistenfahrzeuge befahrbaren Tunnels für die Unterquerung der Skipiste. Der Umfang der Erdbewegungsarbeiten für die Errichtung der vier Pisten betrug ca. 300 000 Kubikmeter und die Aushubarbeiten für die Errichtung des Speichersees umfassten 260 000 Kubikmeter. Der Speichersee wurde im November 2025 fertiggestellt und anschließend mit Wasser befüllt. Rund 800 000 Kubikmeter Schnee konnten aus dem Speichersee und den Anlagen bereits produziert werden. 

Spannende Winterspiele

Seit Mitte Dezember sind auch die Pisten vollständig gebaut und warten nun auf die Austragung spannender Winterspiele, bei denen auch Jasmin Coratti aus Langtaufers als einzige Vinschgerin am Start sein wird. Der Livigno Snow Park zeichnet sich durch sein einzigartiges Design aus, bei dem fünf verschiedene Wettkampfbereiche in eine einzige Zielzone zusammenfließen. Diese Anordnung ermöglicht es den Zuschauerinnen und Zuschauern, mehrere Events gleichzeitig zu verfolgen und schafft ein unvergleichliches Erlebnis. Jeder Kurs wurde speziell entwickelt, um die Fähigkeiten der Athletinnen und Athleten zu betonen und eine unvergessliche Show zu bieten. Die Skicross-Strecke, die sich über 1.100 Meter erstreckt, bietet geneigte Kurven, Sprünge und Bodenwellen, was ein packendes Rennen bis zum letzten Meter garantiert. Die aus Schnee gebaute Halfpipe hat Wände von mehr als 7 Metern Höhe, an denen die Athletinnen und Athleten atemberaubende Luftmanöver ausführen. Der Slopestyle-Kurs besteht aus einer Reihe von Strukturen, die Sprünge von mehr als 25 Metern Länge ermöglichen, während die parallelen Riesenslalom-Strecken sorgfältig entwickelt wurden, um die Fähigkeiten der besten Snowboarderinnen und Snowboarder der Welt zu testen.

Olympia und die Bürokratie

Alle wollen, dass es funktioniert, bestätigt Klaus Mair. Im „nationalen Interesse“ erreichen den Geschäftsführer täglich Briefe und Emails vom Commissario Straordinario, Fabio Massimo Saldini oder anderen Institutionen. Olympia ist ein staatliches Projekt unter ständiger Beobachtung. „Olympia ist eine technische und zeitliche Herausforderung mit einer nie dagewesenen Bürokratie“. Es sind eigene Prüfungen abzulegen, eigene Bankkonten zu führen, Zusatzdokumente erforderlich und ständige Kontrollen. Es war auch logistisch sehr schwierig, die Maschinen nach Livigno zu bringen, erinnert sich der Geschäftsführer. Die großen Maschinen mussten über Mailand transportiert werden. Ein großer Aufwand war auch die Verzollung, denn nach Livigno zu fahren bedeutet den Zoll zu passieren. „Da wird sogar gemessen, wie viel Treibstoff im Bagger ist“. Dennoch war die Zusammenarbeit mit Livigno sehr gut. Unsere Mitarbeiter wurden sehr gut untergebracht und verpflegt. Bleiben wir also gespannt, wie die Olympischen Winterspiele werden und halten wir unseren Südtiroler Athletinnen und Athleten die Daumen!

Ingeborg Rainalter Rechenmacher

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