Monika Holzner und ihr Nachfolger Daniel Clemente

Vom Kulturhaus bis zur Radwegtrasse Vetzan 

Sachliche und kontroverse Diskussionen im Schlanderser Gemeinderat

Publiziert in 1 / 2026 - Erschienen am 13. Januar 2026

Schlanders - Gleich zwei Sitzungen fanden im Dezember im Sitzungssaal des Rathauses in Schlanders statt. Den Auftakt machte der Tätigkeitsbericht über das Kulturhaus Schlanders, vorgestellt von der scheidenden Präsidentin Monika Holzner und der Mitarbeiterin Annemarie Siller. Holzner blickte auf 25 Jahre Kulturhaus zurück, 15 Jahre als zuständige Referentin und 10 Jahre als Kulturhaus-Präsidentin. 

Vom Protzbau zur Erfolgsgeschichte

„Mich hat die Arbeit im Kulturhaus sehr bereichert und ich nehme viele bleibende Eindrücke mit“, so Holzner. Aus dem einst kritisierten „Protzbau“ ist inzwischen eine Erfolgsgeschichte geworden, alljährlich besucht von 28.000 Menschen, die aus dem breitgefächerten Angebot zwischen Bücherwelten, Kino und Konzerten, Ausstellungen und Festen auswählen können. Eine Zusammenarbeit mit den Partnern wie Kulturinstitut, Filmtreff Kaltern, Bibliothek Schlandersburg, Filmclub, Musica Viva und den vielen einheimischen Kulturträgern und Sponsoren machen diese Bandbreite möglich. Einen personellen Wechsel gibt es in der Zusammensetzung des Verwaltungsrates des Kulturhauses. Die zuständige Referentin Kunhilde von Marsoner unterbreitete dem Gemeinderat die Namen der fünf Verwaltungsräte für die nächsten fünf Jahre: Karl Fleischmann, Maria Kofler, Lisa Pöder, Daniel Clemente und Matteo Bodini. Gleich im Gemeinderat ernannt wurde der Präsident, nämlich Clemente. Pöder und Clemente waren bereits seit Mitte 2023 in den Verwaltungsrat kooptiert worden, um die Jugend in die Arbeit des Kulturhauses einzubinden, wie Holzner präzisierte. 

Vielfältiges Programm 

Für 2026 sind u.a. zwei große Ausstellungen im Kulturhaus geplant, nämlich jene des Künstlers Ernst Müller, der sein 70-jähriges Arbeitsjubiläum feiert. Im Herbst werden die Marmorwerke von Karl Grasser in Zusammenarbeit mit den Göflaner Marmorwerken ausgestellt. Der Haushalt des Kulturhauses ist in jenem der Gemeinde eingebettet. Die beiden Kostenstellen belaufen sich auf 169.000 Euro und 47.700 Euro und betreffen u.a. Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten. 

Gebührenerhöhungen

Neu festgelegt wurden in der Sitzung die Gebühren für die Schulausspeisung und die Trinkwassergebühren, wie der zuständige Referent Günther Bernhart unterstrich, „um eine 100% Deckung der Kosten durch den Konsumenten“, wie die gesetzliche Vorgabe ist, umzusetzen. Der Wasserzins hingegen bleibt gleich. Erhöht werden jedoch die Müllgebühren. Für 2026 angekündigt wurde eine ausführliche Diskussion zur GIS. Drei Projekte hob die Bürgermeisterin im vorgelegten Strategiepapier 2026 – 2028 hervor: So soll eine Verkehrsstudie bei der Auswahl eines möglichen Standorts einer Tiefgarage helfen und es werden Studien zur Minimierung der Überflutungsgefahr erstellt. Als dritten wichtigen Punkt betonte Bürgermeisterin Christine Kaaserer die Maßnahmen zur Netzstabilisierung und -ausbaus. Einziger Punkt, der keine Mehrheit im Gemeindeausschuss fand, war die geplante Studie über den Verlauf eines Rad- und Fußwegs Schlanders - Vetzan.

Rad- und Fußweg Vetzan

Dieser Punkt wurde dann auch kontrovers in der zweiten Gemeinderatssitzung im Dezember diskutiert. Seit drei Jahrzehnten wünscht sich die Vetzaner Bevölkerung diese Anbindung an den Hauptort und doch scheiterte sie bisher u.a. an der Trassenführung. Uneinig waren sich dieses Mal die Referenten Günther Bernhart, Kunhilde von Marsoner und Werner Wallnöfer über die detaillierte Formulierung, ob es den „grundsätzlichen Konsens“ der Grundeigentümer braucht (Vorschlag Gemeindeausschuss) oder ob ein „beidseitiges Interesse und Einvernehmen“ (Vorschlag von Marsoner) bereits beim ersten Schritt, nämlich der Trassensuche notwendig ist. Bernhart hatte für eine klarere Gangart plädiert, dann seinen Antrag zu Gunst von Marsoner zurückgezogen. Die zweite Option wurde bei 8:7 Stimmen abgelehnt. Das Strategiepapier als Ganzes wurden anschließend von allen anwesenden Räten einstimmig genehmigt.

Haushalt 2026 

Für das Jahr 2026 sieht der Haushalt der Gemeinde Schlanders einen laufenden Teil von 26,636 Mio. Euro vor.  Derzeit beläuft sich die Verschuldung der Gemeinde auf 24,005 Mio. Euro, allein 661.147 Euro sind jährlich als Zinsen fällig. Außergewöhnlich für Schlanders ist die hohe Zahl an ordentlichen Beiträgen an die Vereine, nämlich 655.430 Euro, zusätzlich gibt es 151.637 Euro für außerordentliche Beiträge. Die Zeit der großen Investitionen scheint 2026 der Vergangenheit anzugehören. Lediglich 4,192 Mio. Euro stehen zur Verfügung. Nur 2,311 Mio. Euro können für neue Projekte verwendet werden, da das restliche Geld bereits verplant ist. U. a. sind 40.000 Euro für die Beseitigung von Gefahrenstellen vorgesehen, für die energetische Sanierung von Kindergärten und Schulen, die Ausstattung von Kinderspielplätzen und des Schießstandes Kortsch und für den Bau der neuen Tennisinfrastruktur.

Andrea Kuntner

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