Ungefähr in diesem Bereich wird eine Fahrradbrücke über die Etsch geschlagen.
Der Feldweg, auf dem man oberhalb des Tunnels in Vetzan über die Staatsstraße gelangt, wird zu einem Radweg ausgebaut.
Dem Rahmenabkommen zur „Villa Ausserer“ stimmte der Gemeinderat bei 3 Enthaltungen zu.

Weg frei für neuen Radweg

Vetzan wird mit Industriezone und Vinschger Radweg verbunden. Rahmenabkommen zu „Villa Ausserer“ mehrheitlich genehmigt.

Publiziert in 17 / 2026 - Erschienen am 22. September 2026

Schlanders - Nach jahrelangen Vorarbeiten ist es bald soweit: Noch heuer soll die Errichtung eines Alltagradweges anlaufen, der Vetzan an die Industriezone in Vetzan sowie an den Vinschger Radweg anbindet. Gemäß dem Ausführungsprojekt, das Ingenieur Georg Bauer am 17. September dem Gemeinderat vorstellte, führt der Radweg von der Meistergasse in Vetzan kommend über einen bestehenden Feld- bzw. Traktorweg, der oberhalb des Tunnels verläuft, bis zur Industriezone. Für die Anbindung an den übergemeindlichen Radweg wird eine ca. 21 Meter lange und 4 Meter breite Stahlbrücke errichtet. Die Arbeiten sollen heuer im Dezember beginnen und bis Juni 2027 fertiggestellt sein. Der Vinschger Radweg muss während eines Teils der Bauphase für eine bestimmte Zeit gesperrt werden, wobei allerdings für eine Umleitung über die Landestraße gesorgt wird. Im Gemeinderat stieß das Projekt auf breite Zustimmung. Erfreut zeigte sich die Bürgermeisterin Christine Kaaserer auch darüber, dass die Kosten – die Gesamtsumme beläuft sich auf rund 970.000 Euro – fast gänzlich mit Mitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) bestritten werden können. Die neue Radweg- und Fußgängerverbindung soll in erster Linie der Bevölkerung von Vetzan und den rund 800 Personen, die in der Industriezone arbeiten, zu Gute kommen. Auch die Anbringung von 12 Straßenlaternen ist vorgesehen. Der Gemeinderat stimmte der Umsetzung des Projektes einhellig zu. Noch offen ist derzeit die Fortführung des Radweges bis zum nicht unweit gelegenen Bahnhof in Goldrain. Für dieses zweite Baulos ist die Gemeinde Latsch zuständig. In den Bauleitplänen der Gemeinden Schlanders und Latsch ist die gesamte Trasse schon seit 2018 eingetragen. Wie der Gemeindereferent Günther Bernhart präzisierte, wird unabhängig vom Bau dieses Radweges an einer direkten Radweg-Verbindung zwischen Schlanders und Vetzan festgehalten. Ingenieur Siegfried Pohl arbeite derzeit an einer Machbarkeitsstudie. Zur Frage des Ratsmitgliedes Dunja Tassiello, ob beim Bau der Fahrradbrücke „Zwischenfälle“, wie sie beim Neubau der Etschbrücke in Laas aufgetreten seien, ausgeschlossen werden könnten, meinte Ingenieur Georg Bauer, dass er schon 3 Fahrradbrücken dieser Art gebaut habe und es seit nunmehr 20 Jahren nie zu Problemen gekommen sei, auch nicht statischer Art.

Ja zu Rahmenabkommen „Villa Ausserer“

Schon seit 14 Jahren bemüht sich die Gemeinde Schlanders, in das Eigentum der „Villa Ausserer“ und des angrenzenden Grundstücks (Schotterparkplatz) zu kommen. Derzeit sind die Villa und die Grundparzelle noch Eigentum des Staates. Für die Gemeinde wäre es strategisch wichtig, über die Bau- und Grundparzelle im Hinblick auf geplante Projekte im Bahnhofsbereich sowie im Kasernen-Areal verfügen zu können. Am 18. August hat der Gemeindeausschuss mit einem Dringlichkeitsbeschluss einem Rahmenabkommen zwischen Staat, Finanzwache, Land und Gemeinde zugestimmt. Das Abkommen sieht vor, dass der Staat die „Villa Ausserer“ und die Grundparzelle an die Gemeinde abtritt und diese als Gegenleistung im Rahmen des ersten Bauloses auf dem Kasernen-Areal 5 Wohnungen (drei in der Größe von 100 Quadratmetern und 2 von 80) sowie 10 unterirdische Parkplätze für die Finanzwache baut. Der Wert der Bau- und Grundparzelle beläuft sich laut einer Schätzung auf 1,753 Millionen Euro. Der Dringlichkeitsbeschluss des Ausschusses wurde dem Gemeinderat zur Bestätigung bzw. Genehmigung vorgelegt. Karin Meister von der Süd-Tiroler Freiheit kritisierte nicht nur den Umstand, dass dem Rat alle Dokumente ausschließlich in italienischer Sprache vorgelegt wurden (O-Ton: „Meine Muttersprache ist Deutsch und ich habe ein Recht darauf“), sondern beanstandete auch, dass eine so wichtige Entscheidung vom Gemeindeausschuss getroffen worden sei: „Man hätte auch eine Dringlichkeitssitzung des Gemeinderates einberufen können.“ Laut der Bürgermeisterin gehe es beim Abkommen nicht um einen Kauf oder Tausch, sondern vorerst nur um eine Absichtserklärung. Alle weiteren Schritte seien noch zu setzen. Christian Tappeiner (Süd-Tiroler Freiheit) warf die Frage in den Raum, ob es realistisch sei, mit 1,753 Mio. 5 große Wohnungen und 10 unterirdische Parkplätze errichten zu können. Der Gemeinderat stimmte dem Abkommen bei 3 Enthaltungen (Karin Meister und Christian Tappeiner sowie Gerda Platzgummer Wellenzohn von der „Bürgerliste Schlanders-Lista Civica Silandro“) zu. Der Inhalt des Abkommens, sprich die seit vielen Jahren ins Auge gefasste Übertragung der Bau- und Grundparzelle an die Gemeinde, wurde in mehreren Wortmeldungen begrüßt.

Pumptrack in der Sportzone

Einstimmung gutgeheißen hat der Gemeinderat eine Umwidmung von Flächen in der Sport- und Naherholungszone in Zone für öffentlichen Einrichtungen. Mit dieser Bauleitplanänderung wurde der Weg für den Bau eines Pumptracks geebnet. Die künstlich angelegte Mountainbikestrecke soll auf dem Gelände des derzeitigen Hunde-Platzes entstehen. Wie der zuständige Gemeindereferent Manuel Trojer informierte, wird der Tourismusverein Schlanders-Laas als Bauträger fungieren. Die Gesamtkosten bezifferte Trojer mit ca. 390.000 Euro. Die Gemeinde steuert 115.000 Euro bei, der Tourismusverein 85.000 und der Rest soll mit einem Landesbeitrag gedeckt werden. Den Baubeginn stellte Trojer für 2027 in Aussicht. 

Für mehr Verkehrssicherheit

Im Rahmen der jüngsten Ratssitzung hat die Bürgermeisterin auch über bereits umgesetzte und noch geplante Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in den Ortszentren von Schlanders, Kortsch und Göflan sowie auch an der Staatsstraße informiert. Es gebe sowohl in den Zentren als auch außerhalb noch einige Gefahrenstellen. Um die Situation im Bereich des Bahnhof-Kreisverkehrs und der „Wielander Kurve“ zu erheben und Lösungsvorschläge zu erarbeiten, sei ein Techniker beauftragt worden. „Vor allem in diesem Bereich sind Verbesserungen notwendig“, sagte Christine Kaaserer. Das Gemeinderatsmitglied Christiane Pircher gab zu bedenken, dass manche Radfahrer und Radfahrerinnen in der Fußgängerzone zu schnell unterwegs seien.

Josef Laner

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