Nadia Cervo, Christian Kofler, Janah Maria Andreis, Barbara Caggegi, Hubert Messner, Ernst Oberschartner, Florian Prinoth, Edeltraud Grüner und Michael Ganthaler (v.l.).
Bei einer Führung durch die Räumlichkeiten. Im Bild der Wartesaal vor dem Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten.
Krankenpfleger Robert Pirhofer im Ambulatorium für Verbandswechsel.

Wohnortnahe Gesundheitsversorgung

Gemeinschaftshaus Naturns mit Ambulatorium für kleinere Dringlichkeiten eröffnet.

Publiziert in 13 / 2026 - Erschienen am 14. Juli 2026

Naturns - „Jede Eröffnung eines Gemeinschaftshauses ist ein besonderer Tag. Gesundheit und Soziales finden sich hier unter einem Dach vereint“, sagte Gesundheitslandesrat Hubert Messner im Rahmen der Eröffnungsfeier des Gemeinschaftshauses Naturns am 8. Juli. Der vorhandene Sprengel war hierfür umgebaut und erweitert worden. Eine wesentliche Neuerung ist nun das Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten (AKD). Die Dienste, die bisher in den jeweiligen Sprengeln verfügbar waren, werden im Gemeinschaftshaus auch weiterhin angeboten. Dazu zählen unter anderem der Krankenpflege- und Hauskrankenpflegedienst, fachärztliche Ambulatorien, der Dienst für Betreuungskontinuität, der Blutentnahmedienst, Beratungsangebote sowie Verwaltungs- und Sozialdienste. Bereits seit Ende Mai arbeiten Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger sowie weiteres Gesundheitspersonal und Fachkräfte des Sozialwesens im neuen Gemeinschaftshaus unter einem Dach eng zusammen. 

Antworten finden 

„Gemeinschaftshäuser sind ein wichtiges Instrument, um eine Antwort auf den demografischen Wandel zu geben, die wohnortnahe Versorgung zu stärken und den Druck auf die Notaufnahmen zu lindern“, unterstrich Messner. Vor allem aber könne man so auch die Krankenhäuser und insbesondere die Notaufnahmen entlasten. Mit dem seit vielen Jahren bestehenden Gesundheits- und Sozialsprengel habe die Naturnser Gemeindeverwaltung bereits seit jeher Weitsicht bewiesen, lobte Messner. Das Gemeinschaftshaus sei eine Weiterentwicklung des Sprengels, der gut funktioniert habe. „Und wir werden auch das Gemeinschaftshaus weiterentwickeln“, so der Landesrat. Es gelte, sich den Bedürfnissen der Menschen immer wieder neu anzupassen. Dem stimmte auch Christian Kofler, der Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebs, bei: „Gemeinschaftshäuser werden in Zukunft immer wichtiger.“ Die Dienstleistungen direkt vor Ort seien elementarer Bestandteil des Südtiroler Gesundheitssystems. „Es ist kein Abschluss, sondern ein Anfang“, betonte die Direktorin des Gesundheitsbezirks Meran, Janah Maria Andreis, die das Projekt in Naturns von Beginn an begleitet hat. „Das bestehende Angebot wird gesteigert und sukzessive erweitert werden“, kündigte sie an. Das Haus sei auf einem starken Fundament entstanden, eine gute Zusammenarbeit sei hier schon seit jeher gegeben gewesen. Im Anschluss an die Eröffnungsfeier führten der geschäftsführende Primar des Dienstes für Basismedizin im Gesundheitsbezirk Meran, Ernst Oberschartner, die Direktorin des Amtes für Verwaltungsaufgaben des Sprengels Meran, Barbara Caggegi, die stellvertretende Pflegekoordinatorin Edeltraud Grüner, Pflegedienstleiterin Nadia Cervo und der Direktor der Sozialdienste der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt, Florian Prinoth, durch das Haus. Auch der Naturnser Vize-Bürgermeister Michael Ganthaler, in Vertretung von BM Zeno Christanell, war mit dabei. 

Wann ins AKD?

Grundsätzlich sei die erste Anlaufstelle für alle gesundheitlichen Beschwerden, Anliegen und Fragen der Hausarzt bzw. die Hausärztin, erklärte Messner. In Notsituationen stehen die Landesnotrufnummer 112 oder auch die Notaufnahmen in den Krankenhäusern zur Verfügung. Das Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten im Gemeinschaftshaus könne zu den entsprechenden Öffnungszeiten besucht werden und zwar insbesondere für dringende, aber nicht-lebensbedrohliche Anliegen. Das sind Gesundheitsbeschwerden, für die eine rasche Abklärung zwar notwendig ist, die jedoch keinen Besuch der Notaufnahme erfordern; etwa Wundversorgung, Insektenstiche, Hautrötungen, kleinere Traumata, Fieber, Lumbalgien („Hexenschuss“), oberflächliche Verletzungen, Koliken, Glieder- und Muskelschmerzen, Übelkeit oder Brechreiz sowie Schwellungen, um nur einige Beispiele zu nennen. Neben Naturns findet man im Vinschgau auch in Mals ein Gemeinschaftshaus. Auch hier war der Sprengel aus- und umgebaut worden. Die beiden Gemeinschaftshäuser sind von Montag bis Samstag von 8 bis 20 Uhr geöffnet. 

Michael Andres

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