Auf den Schultern der Frauen
„Ich habe den Müll aus dem Haus gebracht und jetzt will ich nach acht Arbeitsstunden meine Ruhe haben.“ Es sind solche oder ähnliche Aussagen, die Frauen auf die Palme bringen. Zurecht, denn es wird ihnen unterstellt, den ganzen Tag „nur“ zu Hause gewesen zu sein, während der Mann geschuftet hat. Es hat sich mittlerweile zwar einiges gebessert, doch beim Verständnis für die Arbeit, die viele Frauen zu Hause leisten, gibt es nach wie vor Nachholbedarf. Abgesehen davon, dass nicht wenige Frauen in der Regel weit mehr als acht Stunden pro Tag zwischen Herd, Putzen, Waschen, Kindern und Mann beschäftigt sind, darf man auch die Monotonie bestimmter Arbeiten und „Pflichten“ nicht vergessen. Jeden Tag mit denselben Pfannen zu raufen, den gleichen Besen in die Hand zu nehmen und dasselbe Klo zu reinigen ist nicht gerade abwechslungsreich und befriedigend. Noch schwieriger wird die Situation für Frauen, die einer Arbeit außer Haus nachgehen und alle Arbeiten daheim dennoch großteils allein bewältigen müssen. Dass auch die Arbeit des Sorgens und Sichkümmerns nach wie vor zu einem Gutteil auf den Schultern der Frauen lastet, wurde anlässlich des Aktionstages „Equal Care Day“ aufgezeigt. Wie in vielen weiteren Bereichen – Entlohnung, Führungspositionen, Rentenabsicherung usw. – schlägt das Pendel auch bei der Verteilung der Sorgearbeit zu Ungunsten der Frauen aus.
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