Freiheit ade?

Publiziert in 15 / 2026 - Erschienen am 25. August 2026

Vielleicht ist es nur Zufall, dass die Freiheit im Wahlspruch der Französischen Republik (Liberté, Égalité, Fraternité) vor der Gleichheit und Brüderlichkeit genannt wird. Die wohl bekannteste Losung, auf die man sich während der Französischen Revolution berief, scheint heutzutage weltweit zu schrumpfen. Angefangen bei der Freiheit. Bei der Freiheit der Völker und der Individuen. Wo ist die Freiheit der Menschen geblieben, die ihr Land verlassen müssen, um anderswo besser leben zu können? Viele fliehen vor Terror, Hunger und Not. Auch im Kleinen erlebt die vielgepriesene Freiheit einen Schiffbruch nach dem anderen. Bin ich noch frei, wenn ich ohne Smartphone nicht mehr leben kann? Bin ich noch frei, wenn ich nur noch mit Karte zahlen kann? Bin ich noch frei, wenn andere dank Künstlicher Intelligenz mehr über mich wissen, als ich selbst? Sie ist schon längst zur Realität geworden, die digitale Welt, und sie bringt zweifellos viel Gutes. Dennoch werde ich das mulmige Gefühl nicht los, dass man mich dauernd digital beobachtet und mich rund um die Uhr zu etwas drängen oder für etwas zu überzeugen versucht, oft zum Kauf von irgendetwas. Was in den meisten Fällen dahintersteckt, ist Geschäftemacherei. Ein alter Hut, den wir seit jeher kennen, der jetzt aber digital und raffinierter daherkommt … zum Teil auch auf Kosten der Freiheit.

redaktion@dervinschger.it

Josef Laner

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.