Ganz richtig

Publiziert in 34 / 2010 - Erschienen am 29. September 2010
Ganz richtig, dass das Malser Enal Kino mit Bar und Diskothek bis zum 30. September wieder genutzt wird. Das findet nicht nur die ehemalige Pächterin der Diskothek, Rosi Egua, die gemeinsam mit ihrem Mann Roberto 1976 die Diskothek im Enal Kino eröffnete. Roberto Egua arbeitete schon seit den 60er Jahren in der Bar, das Kino wurde von seinen Eltern seit 1947 mit italienisch- und deutschsprachigen Filmen versorgt, die Bar von seiner Mutter betrieben. Eine tolle Zeit war es für die Betreiber bis zum Ende; das Kino spielte die letzten Rollen 1990 ab, für die Diskothek kam das Aus 1992. Das Gebäude ging 1995 vom Land an die Gemeinde über; seit dieser Zeit fand dort keine Veranstaltung mehr statt. Nun tönt es wieder im ehemaligen Saal. Das Musikprogramm zog allein am Eröffnungswochenende über 500 junge Leute an. Dass solche Initiativen nicht nur deswegen möglich sind, weil die Organisatoren von M10 und Revoltekk mit enorm viel Arbeit das Programm buchstäblich auf die Bühne brachten, sondern auch deswegen, weil unbürokratische Lösungen für das Nutzen vorhandener Strukturen gefunden wurden und ein gemeindepolitischer Rückhalt vorhanden ist, wurde vielen plötzlich klar. Mals, so Rosi Egua, sei nach dem Ende des Kinos tot gewesen. Nun lebt es bis Ende September. Programmkino, Ausstellungen, Konzerte: Möglichkeiten, die sich auch in Zukunft für Junge, Mitteljunge und Junggebliebene böten, gäbe es viele. Wenn es die gibt, die sich einsetzen, die, die es unterstützen, diejenigen, die es nutzen, dann gibt es keinen Grund, das hübsche Filmchen „Der Tag, als Mals sein Kino wieder fand“ nicht weiterhin laufen zu lassen. Auch die Gemeinde Mals hat sich in den letzten elf Jahren eine große Chance entgehen lassen: sie fing mit X an und hörte mit G auf. Dazwischen war ein ON. Vielleicht wollen diesmal nicht nur die Gemeinde, sondern auch ihre Bürger nicht noch einmal auf OFF drücken. Dass der Bedarf nach Austausch und Kommunikation, nach Veranstaltungen und sinnvollem Nutzen von Räumlichkeiten vorhanden ist, zeigen die letzten zwei Wochen. Katharina Hohenstein
Katharina Hohenstein

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