Mehr „Dampf“

Publiziert in 14 / 2026 - Erschienen am 28. Juli 2026

Rund 14 Millionen österreichisch-ungarische Kronen hat der Bau der „Vinschgaubahn“ gekostet. Heute wären das in etwa 500 Millionen Euro. Noch beeidruckender ist die Bauzeit. Es hat nur rund zweieinhalb Jahre gebraucht, um die Bahn von der Pike auf mit Gleiskörper, Brücken, Übergängen usw. völlig neu zu errichten. 1906 wurde sie eröffnet. Führt man sich die Bauzeiten bei so manchen heutigen Projekten vor Augen, kommt ein Schuss Sehnsucht nach früheren Zeiten auf. Die Elektrifizierung der Vinschger Bahn war und ist sicher komplex (1.500 Oberleitungsmasten, neue Signalanlage, bauliche Maßnahmen bei den Bahnhöfen, Einführung des europäischen Zugsicherungssystems ETCS, Anpassung an das Netz der italienischen Eisenbahninfrastruktur und, und, und), aber dass die Arbeiten seit nun schon 10 Jahren andauern, ist schon irgendwie verwunderlich. Nun befindet sich die Elektrifizierung endlich in der Endphase. Wenn ab Ende 2026 alles klappt – viel mehr Platz in den Zügen, mehr Komfort, Halbstundentakt, Durchfaht bis Bozen usw. –, werden die Bahngäste die lange Bauzeit und die damit einhergehenden Unannehmlichkeiten und unvermeidlichen Kinderkrankheiten wohl rasch vergessen. Nun gilt es, den Blick auf einen weiteren „Gipfel“ zu richten, auf die Bahnverbindung in die Schweiz. In diesem Sinn ist jetzt mehr „Dampf“ gefragt. „Dampf“, von dem man nicht nur redet, sondern den man auch sehen und riechen kann. 

redaktion@dervinschger.it

Josef Laner

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