Offline

Publiziert in 7 / 2026 - Erschienen am 8. April 2026

Mit „Offline“ wird der Zustand eines technisches Gerätes bezeichnet, wenn es nicht mit dem Internet verbunden ist. „Offline“ können allerdings auch Menschen sein, und zwar dann, wenn sie zu oft und zu lange online sind, speziell auf dem Smartphone. Ich ertappe mich jüngsthin immer öfter, wie „offline“ ich bin. Anstatt aus dem Fenster zu schauen, wie das Wetter ist, sehe ich mir Wetter-Fotos auf dem Handy an. „Offline“ bin ich oft auch in weiteren Situationen. Wenn ich irgendwo einkehre, greift die Hand automatisch zum Handy – ja, es ist da – und wenn ich drinnen bin, schaue ich nicht, ob vielleicht jemand da ist, den ich kenne, sondern gehe sofort online, eigentlich „offline“, denn man weiß ja nie, was in der Zwischenzeit passiert ist. Fuchsteufelswild werde ich, wenn das Ding ausgerechnet in der Früh nicht funktionieren will. Besonders in Momenten wie diesen spüre ich, dass ich irgendwie abhängig bin. Ohne das Handy überkommt mich eine bestimmte Leere, ein Gefühl der Unsicherheit und Unruhe. Wie bei vielen anderen Dingen kommt es auch beim Handy auf das richtige und bewusste Maß der Nutzung an. Die Gefahr, in eine ernsthafte Abgängigkeit zu schlittern, ist da. Ob Verbote für Kinder und Jugendliche etwas nützen, wage ich zu bezweifeln. Gefragt ist auf jeden Fall das gute Beispiel der Erwachsenen. Den Kindern mit dem Handy in der Hand befehlen, das ihre sein zu lassen, ist wohl nicht der richtige Weg.


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Josef Laner

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