Berührung: Reinhold Tappeiner stellt aus

Publiziert in 15 / 2025 - Erschienen am 26. August 2025

Kastelbell -  Zahlreiche namhafte internationale Künstlerinnen und Künstler haben bereits bei der Herbstausstellung im Schloss Kastelbell ihre Spuren hinterlassen. In diesem Jahr ist die prestigeträchtige Ausstellung jedoch einem lokalen Vinschger Künstler gewidmet: Der Laaser Reinhold Tappeiner zeigt rund 50 Arbeiten aus vier Werkzyklen. „Es ist eine große Anerkennung für mich, hier ausstellen zu dürfen“, sagt Tappeiner. „Im Vinschgau arbeite ich, im Vinschgau lebe ich – und das Schloss ist eine perfekte Bühne für meine Bilder.“ Die Vernissage steht am Samstag, 13. September, ab 17 Uhr auf dem Programm. Die Bilder sind dann bis Ende Oktober in den Räumlichkeiten des Schlosses ausgestellt. 

Essenzielles und Mystisches 

Unter dem Titel „Berührung“ führt die Ausstellung durch Werke aus den Jahren 2000 bis 2025 – allesamt Grafiken und Malereien in Kohle sowie Marmorsand mit Eitempera auf Papier und Leinwand. Das zentrale Thema der Schau, Berührung, mit der Welt und Körper erfassbar werden, zieht sich wie ein roter Faden durch alle vier Zyklen: „Lichtflut“, „Essenz“, „Caput“ und „Schwingung“. Jedes Bild durchläuft ein Leben. Jede Schaffensperiode begleitet einen Lebensabschnitt. „Beim Werkzyklus Lichtflut geht es um die Berührung zur Materie, zur Struktur, zur Natur. Bei Essenz geht es um den Körper, um die Berührung zu sich selbst, man schaut in sich hinein; es geht um das Innenleben, die Emotionen, den Kern, der übrigbleibt, wenn alles Nebensächliche wegfällt. Bei Caput, den Köpfen, entsteht ein Dialog mit diesen, eine Wechselwirkung, Spiegelbilder. Und bei Schwingung betreten wir mystische Räume, berühren eine andere Dimension“, erklärt der Künstler. Mit dem Zyklus „Schwingung“, seinem aktuellen, zeigt Tappeiner Werke der vergangenen zwei Jahre. „Dieser Zyklus läuft noch“, unterstreicht er. Die historischen Räume des Schlosses bilden einen stimmungsvollen Rahmen für die rauen, strukturierten Oberflächen und starken, reduzierten Linien. „Die Arbeiten und Zeichnungen passen perfekt hierher“, freut sich der Vinschger Künstler auf die Ausstellung.

Michael Andres

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