Flouraschworz zum Abschluss
Schlanders - An fünf Dienstagabenden lud die Bibliothek Schlandersburg im heurigen Sommer zu Konzerten in den Hof der Schlandersburg ein. Den krönenden Abschluss der heurigen Schlandersburger Sommerabende setzte am 19. August vor zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern die Band Flouraschworz. Das Quartett, benannt nach einer schwarzhaarigen Schönheit aus Luis Stefan Stechers Korrnliadrn, entführte das Publikum die Welt der „Korrnr“ und die damit verbundenen Vorurteile, die es dem einstigen „fahrenden Volk“ gegenüber gab. Wie Heiner Stecher, Sänger und Gitarrist von Flouraschworz, einleitend ausführte, hat die Band die Korrnliadr seines Vaters Luis Stefan neu vertont und ihnen somit ein „neues Gewand“ gegeben. Für seine Korrnliadr, die 1978 erstmals veröffentlicht wurden, hatte Luis Stefan Stecher „den Vintschger Dialekt und hier wieder den, der in Laas gesprochen wird, gewählt“, wie der Dichter im Vorwort zur Erstausausgabe schrieb. Die „Grattenzieher“ und „Karrner“ seien zwar verschwunden, „ihre Sprachbilder aber sind geblieben.“ Ebenso die Spannungen, „die aus den urmenschlichen Daseinsmodellen ‚Besitzen‘ und ‚Erfahren‘ abgeleitet werden können.“ Mit der feurigen, stilvollen und einzigartigen Vertonung bzw. Neuinterpretation der Texte hat Flouraschworz den „freiheitsliebenden Außenseitern Alttirols, besonders den Karrnern aus dem Vintschgau“ (Zitat Luis Stefan Stecher) ein musikalisches Denkmal gesetzt. Bandmitglieder sind neben Heiner Stecher die Musiklehrer Hannes Ortler (Blas- und Tasteninstrumente, Gesang) und Michl Reissner (Schlagzeug und Percussion) sowie der Bassist Franco Micheli (E-Bass). Nach dem Debüt-Album „Kurz unt guat“ brachte Flouraschworz vor über einem Jahr die neue CD „FUIRROAT“ heraus. Für den Auftritt in der Schlandersburg erntete die Gruppe viel Applaus. Flouraschworz steht mittlerweile „unverwechselbar für den Vinschgau als Herkunft der vier Musiker“ und für „Poesie und Verbundenheit zu diesem Hochtal“. Mit den musikalisch neu bebilderten „Korrnrliadrn“ verweist die Gruppe auf ein „neues kulturelles Selbstbewusstsein“.