Die gesamte Kinderschar am Tagwerkerhäusl.

Kinder bringen Kulturgeschichte zum Glänzen

Publiziert in 12 / 2026 - Erschienen am 30. Juni 2026

Katharinaberg - Wer sagt denn, dass Denkmalschutz und Schule nicht zusammenpassen? Ein wunderbares Beispiel für gelungene Zusammenarbeit, europäische Förderung und jugendliche Begeisterung für Tradition durfte man unlängst in Katharinaberg bewundern. Das historische Tagwerkerhäuschen des Obervernatschhofs strahlt dank eines ganz besonderen Projektes in neuem Glanz. Es besitzt seit ca. einem Jahr ein nagelneues, meisterhaft gedecktes Schindeldach. Dank der Unterstützung durch den europäischen PNRR-Fonds zu „Aufwertung von Architektur und Landschaft“ konnte die dringend notwendige Sanierung des historischen Daches erfolgreich umgesetzt werden. Es trotzt wieder Wind und Wetter und zeigt eindrucksvoll, was passiert, wenn EU-Fördergelder auf die Begeisterung der nächsten Generation treffen. Unlängst wurde das Projekt von der Grundschule Katharinaberg und der italienischsprachigen 3. Klasse der Grundschule „Floriano Deflorian“ aus Meran für eine Kooperation genutzt. Angestoßen und organisiert wurde dieser besondere Austausch von den Lehrerinnen Silvia Viola und Alessandra Rossignoli. Schon im Vorfeld hatten die Grundschule Katharinaberg und die italienischsprachige 3. Klasse aus Meran fleißig Briefkontakt gepflegt – natürlich jeweils in der Sprache der anderen. Am 9. Juni war es dann so weit: Der große gemeinsame Ausflug stand an. Die Aufregung war groß, als die Gäste aus Meran in Katharinaberg eintrafen. Zur Begrüßung gab es bereits eine Überraschung in der Schule: Die Lehrer und Kinder der Grundschule Katharinaberg hatten ein leckeres Frühstück vorbereitet. Frisch gestärkt ging es hinauf zum Obervernatschhof, wo Martin, der zweite Sprössling des Hofes, die Schülerinnen und Schüler zu einer Hofführung einlud, wobei u.a. auch die 300 Jahre alte Bauernstube besichtigt wurde. Anschließend zeigte Hausherrin Irmi den Kindern das geschichtsträchtige Haus und erzählte den Gästen spannende Legenden. Die Krönung des Tages war die Besichtigung und Führung durch das kleine, private Hofmuseum.

Das erwähnte PNRR-Projekt hat nicht nur ein Stück Geschichte gerettet, sondern auch gezeigt, wie spielend leicht Freundschaften über Sprachgrenzen hinweg entstehen können. Nun stehen die Zeichen bereits auf Fortsetzung: Die Katharinaberger Kinder freuen sich schon jetzt auf den Gegenbesuch in Meran.

Redaktion

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