Roberto Donchi, der Leiter des Projektes „Brass Band Terra Raetica“

Musik ohne Grenzen

Interreg-Projekt „Brass Band Terra Raetica“ ermöglicht Weiterbildung für Leistungsträger von Blasmusikvereinen.

Publiziert in 17 / 2025 - Erschienen am 23. September 2025

Dreiländereck - Im Dreiländereck ist das Blasmusikwesen seit jeher im kulturellen Leben der Dörfer stark verankert. Die Musikschulen in den Regionen gewährleisten eine solide Ausbildung der Kinder und Jugendlichen, was wiederum die musikalische Entwicklung der Vereinskapellen deutlich vorantreibt. der Vinschger sprach mit Roberto Donchi, dem Leiter des Projektes „Brass Band Terra Raetica“.

der Vinschger: Wie steht es mit den Möglichkeiten der Weiterbildung für erwachsene Musikanten und Leistungsträger in den Musikkapellen?

Roberto Donchi: Genau diese Lücke versuchen wir durch unser Projekt, zumindest im Bereich der Blechbläser, zu schließen. Die Weiterbildung von Vereinsmitgliedern und Leistungsträgern soll das Blasmusikwesen stärken, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit fördern und den Austausch dieses Ehrenamtes in den drei Grenzregionen unterstützen. Beim Projekt „Brass Band Terra Raetica“ handelt es sich um ein grenzüberschreitendes Interreg-Projekt im Kleinprojektefonds Terra Raetica, gefördert durch das Interreg Programm Italien/Schweiz.

Wie lässt sich das Ziel dieses grenzüberschreitenden Projektes konkret realisieren und wer steht als Projektträger dahinter?

Das Projekt hat zum Ziel, begeisterte, meist erwachsene Leistungsträger/innen (Registerleiter, Kapellmeister usw.) von Blasmusikvereinen aller drei Regionen weiterzubilden und die Freude am Musizieren zu fördern. Meiner Meinung nach eignet sich die Brass Band Formation dazu hervorragend, weil dieses Klangerlebnis Musizierende und Zuhörer gleichermaßen begeistert. Diese Instrumentenzusammenstellung erzeugt einen vollen und sehr dynamischen Klang und erfordert von den Bläserinnen und Bläsern gute technische Voraussetzungen für das virtuose Spiel. Im gemeinsamen Musikprojekt werden ihre Fähigkeiten durch „learning by doing“ und durch Experten geschult und vertieft. Es wird intensiv gearbeitet, Tipps und Techniken werden weitergegeben und jedem wird die Möglichkeit geboten, sein Können zu entfalten. Das gewonnene Fachwissen über Probenmethodik und andere erworbenen Kompetenzen können von den Mitgliedern in ihre Blasmusikvereine transferiert werden. Die Ergebnisse des Projektes werden im Rahmen eines Konzertes am Sonntag, 19. Oktober 2025 um 11 Uhr im „aquaprad“ in Prad präsentiert. Projektträger ist die Musikkapelle Mals, vertreten durch Hannes Warger; Projektpartner im Nachbarland ist die Società da Musica Tschlin, vertreten durch Angelo Horber; die Projektleitung habe ich inne. 

 Wie erfolgt die Probenarbeit für dieses Konzert, wer sind die Mitglieder und wer leitet es?

Zwei ausgewählte Musikantinnen und 31 Musikanten aus 14 Musikvereinen des Dreiländerecks (Italien, Schweiz, Österreich) haben kürzlich begonnen, an den kommenden vier Wochenenden mit fachkundigen Registerleitern der Brassband Überetsch an ihrem musikalischen Können zu feilen. Es wirken Mitglieder aus folgenden Vereinen mit: 12 aus den Vinschger Musikkapellen von Mals, St. Valentin, Burgeis, Matsch, Prad, Glurns, Tarsch und Latsch; 13 aus dem Unterengadin/Münstertal: Società da musica Tschlin, Ramosch, Zernez, Musica Concordia Müstair und Aurora Sta. Maria-Valchava, sowie acht von der Musikkapelle Nauders, Tirol. Unter der kompetenten Leitung des Dirigenten Johann Finatzer wird das Ergebnis des Projekts zu hören sein. Ich hoffe, bei den Lesern ein wenig Neugierde geweckt zu haben. Wir würden uns freuen, ein zahlreich erscheinendes Publikum auf eine Reise voller abwechslungsreicher und anspruchsvoller Blechbläserklängen mitnehmen zu dürfen.

Ingeborg Rainalter Rechenmacher

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