„RaetiaCulTour“ erfolgreich gestartet
Vinschgau/Val Müstair - Die Regionen Vinschgau und Engiadina Bassa/Val Müstair teilen ein kulturelles, sprachliches und historisches rätoromanisches Erbe. Mit dem Interreg-Kleinprojekt „RaetiaCulTour“ werden die gemeinsamen rätoromanischen Wurzeln dieser Regionen sowie die damit verwandte ladinische Kultur in den Dolomiten strategisch aufgearbeitet und touristisch erlebbar gemacht. Traditionen wie Handwerk, Kulinarik, Sprache, Musik und bildende Kunst prägen die Identität der Terra Raetica wie auch Ladiniens. Bislang fehlte jedoch eine abgestimmte, grenzüberschreitende Strategie, um dieses Alleinstellungsmerkmal zu nutzen. Ziel des Projekts ist es, die rätoromanischen Sprachinseln Rumantschia und Ladinia näher zusammenzubringen und auch das rätoromanische Erbe des Vinschgaus bewusster zu machen. Es sollen so authentische kulturtouristische Angebote entstehen, die die grenzüberschreitende Verbundenheit stärken. Akteure aus Kultur, Tourismus und Politik des Terra Raetica-Projektgebiets sowie die Bevölkerung sollen aktiv eingebunden werden. Der Strategieprozess basiert auf drei Workshops, die Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Tourismus, Regionalentwicklung, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenbringen. Den Auftakt bildete ein erster Workshop am 5. Juni im Val Müstair, der zweite fand am 7. Juli im Kloster Marienberg statt. Beim dritten Workshop – ebenfalls im Kloster Marienberg – werden die Ergebnisse zusammengeführt und zu einem gemeinsamen Strategiepapier ausgearbeitet. Im Rahmen des Erntedank-Wochenendes „Festa da la Racolta“ im Oktober 2026 im Val Müstair sind eine öffentliche Präsentation der Ergebnisse sowie eine grenzüberschreitende Kulturbegegnung geplant. Projektträger ist die Genossenschaft für Weiterbildung und Regionalentwicklung (GWR) in Spondinig, Partner sind die „Regiun Engiadina Bassa Val Müstair“ sowie die Abteilung Ladinische Bildungs- und Kulturverwaltung des Landes Südtirol. Das Projekt dauert bis Mitte Mai 2027. Das Budget des EU-kofinanzierten Projektes beläuft sich auf etwas mehr als 48.000 Euro.