„Schnörkellos und geradlinig“
Filmabend in memoriam Sebastian Marseiler
Schluderns - Zum Abschuss der „Tage des immateriellen Kulturerbes der UNSECO im Vinschgau“ haben das Vintschger Museum, die Gemeinde Schluderns, „campus transhumanza“ und das Land am 22. Oktober zu einem Filmabend im Gedenken an Sebastian Marseiler in das Kulturhaus eingeladen. Der Autor und Kulturschaffende ist am 9. April 2026 im Alter von 76 Jahren gestorben. Die Idee, in Erinnerung an Sebastian Marseiler einen Filmabend in Schluderns zu organisieren, war von Johann Niederkofler, der Leiterin des „campus transhumanza“ in Schnals, ausgegangen, wofür ihr Luis Frank, der Präsident des Vintschger Museums, dankte.
Mit der Heimat immer eng verbunden
Mit seiner Heimatgemeinde Schluderns, dem Obervinschgau und besonders mit dem Vintschger Museum war Marseiler stets eng verbunden. Im Besonderen erinnerten Luis Frank und Bürgermeister Heiko Hauser u.a. an die Dauerausstellung „WasserWosser“, die Marseiler für das Vintschger Museum kuratiert hat. Neben dem Thema Waale, mit dem sich Marseiler besonders intensiv befasste, widmete er sich u.a. auch der Geschichte der Korrn und Schwabenkinder. „Sebastian Marseiler hat einen großen Beitrag für die Vermittlung und Bewahrung des kulturellen Erbes von Schluderns und des Vinschgaus geleistet“, sagte Hauser. Der Bürgermeister spannte einen Bogen von der Kind- und Jugendzeit Marseilers am Oberschlummhof bis zu seinem Engagement für den Erhalt des kulturellen Erbes seiner Heimatgemeinde und Heimattals. Der Kunsthistoriker Leo Andergassen, der ehemalige RAI-Koordinator Rudi Gamper und der Filmemacher Hans-Dieter Hartl würdigten das vielseitige kulturelle Schaffen von Marseiler als Kulturpublizist, Buchautor, Kurator für Dauerausstellungen und Drehbuchautor von Dokumentarfilmen für den Bayerischen Rundfunk und den RAI Sender Bozen.
Von Kunst und Geschichte bis Alltagskultur
Schwerpunkthemen des Schaffens von Marseiler waren Kunst, Geschichte, Alltagskultur und Landeskunde. Passend zum vielseitigen Werk, das er der Nachwelt hinterlassen hat, sowie passend zu den Tagen des immateriellen Kulturerbes wurden sein Film „Bilder einer Landschaft. Die Waale im Vinschgau“ sowie Ausschnitte des Films „Mit di Schoof gian“ gezeigt, für den Sebastian Marseiler das Drehbuch und den Text verfasst hat. Für Kamera und Schnitt war Helmut Lechthaler verantwortlich. Was Rudi Gamper über die Drehbücher von Sebastian Marseiler sagte (O-Ton: „Sie waren immer schnörkellos und geradlinig“) darf man wohl auf sein gesamtes kulturelles Schaffen übertragen. Sebastian Marseiler hat sich zeitlebens der Kulturgeschichte des Vinschgaus und seiner Traditionen Region gewidmet. Mit seinen Büchern und Filmen hat er das kulturelles Erbe dokumentiert und einem breiten Publikum nähergebracht.
Kulturerbe erlebbar machen
Das Ziel der „Tage des immateriellen Kulturerbes“ war es, das Kulturerbe erlebbar zu machen. Im Vinschgau gab es 9 Veranstaltungen, die das Land gemeinsam mit 6 Partnerorganisationen organisiert hatte (Alpenverein Südtirol, Heimatpflegeverband, Nationalpark, Naturpark Texelgruppe, Vintschger Museum und „campus transhumanza“).