Franz Steiner, Renate Rechenmacher und Maria Pilser in den Rollen als Frau und Kinder des brutalen Sägemüllers, der sie zu seelischen und körperlichen Krüppeln macht. Als bei der Premiere das Licht angeht, hält das Publikum beim Anblick des Bühnenbildes den Atem an.

„Via Mala“ auf der Bühne

Publiziert in 4 / 2007 - Erschienen am 7. Februar 2007
Die Theatergruppe Kortsch hat mit ihrem Stück „Via Mala“ vom Autor John Knittel unter Leitung des Regisseurs Rolf Parton mit Sicherheit ein Stück Vinschger Theatergeschichte geschrieben. Bereits drei Monate vor der Premiere beginnen die Proben, die so gut wie täglich stattfinden. „Via Mala“ ist die Umsetzung eines Romans, der von Alkoholsucht, Gewalt in der Familie und ausweglosen Situationen handelt, von Opfern und Tätern. Dabei werden diese Rollen nicht leichtfertig vergeben, sondern im Laufe des Stückes ständig wieder in Frage gestellt und gewechselt. Auch die Gerechtigkeit wird zum Thema, die menschliche, die göttliche und jene vor dem Gesetz. Das Stück löst beim Publikum Diskussionen aus, was bei der Premierenfeier deutlich wurde. Technik, Kostüme, Maske und vor allem Bühnenbild sind absolut professionell. Parton ist es gelungen, alle Beteiligten zu Höchstleistungen anzuspornen. Die Schauspieler wirken durch sein Training von Stimme und Körperhaltung authentisch, die kleinsten Details wurden durchdacht. So entsteht ein stimmiges Gesamtbild. Mehr als nur sehenswert.
Andrea Perger

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