Wenn ein Schlanderser Mexiko rockt
„Wicked and Bonny“ auf Clubtour in Lateinamerika.
SCHLANDERS/MEXIKO - Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. Und erzählen kann Markus „Maggu“ Mair eine ganze Menge. Es ist die Musik, die den Schlanderser auf Reisen schickt. Das Musik-Projekt „Wicked and Bonny“ um genau zu sein. Dabei handelt es sich um eine Crew aus mehreren Personen, die sich der elektronischen Tanzmusik, dem Dub, Reggae und experimentellen Sounds verschrieben haben. 2015 nahm das Musikprojekt, damals in Szene gesetzt von Maggu und dem Kortscher Paul Kofler, so richtig Fahrt auf. Seitdem tour „Wicked and Bonny“ durch die Weltgeschichte. Zuletzt stand im April dieses Jahres ein dreiwöchiger Mexiko-Aufenthalt für Maggu auf dem Programm. Weil es die Umstände so wollten, hatte der heute 33-jährige Schlanderser die Reise alleine angetreten.
„Supercooles Erlebnis“
„Es war ein supercooles Erlebnis. Ich hatte auch das Glück, dass ich immer von einheimischen Crews begleitet wurde“, erzählt Maggu. Mexiko sei ein Land reich an Kultur, „aber auch geprägt von Korruption, Armut und der Mafia“. Unbehagen habe er hier aber niemals gespürt. Im Gegenteil: „Es war einfach nur beeindruckend“. Der typische Touri sei er keineswegs: „Wenn ich reise, dann will ich in lokale Gegebenheiten eintauchen und mich nicht wie ein Tourist fühlen“. In lokale Gegebenheiten eintauchen konnte er unter anderem bei vielen Konzerten. In den knapp drei Wochen standen gleich vier Gigs auf dem Programm. In Mexiko City, an der Playa del Carmen, in Chimalcuan und in Guadalajara. „Die Clubs wurden gerockt“, blickt Maggu zurück. Die Veranstaltungen seien gut organisiert gewesen, die Auftritte sehr gut besucht, das Publikum energetisch und die Mexikaner ohnehin sehr gastfreundlich. „Was will man mehr“, weiß der DJ.
In der Welt zuhause
Bis auf die Gigs habe er dabei kein striktes Programm gehabt: „Ich ließ alles auf mich zukommen, habe die Tour genossen“. Ob Strandvibes an der Playa del Carmen, Besuche bei befreundeten Musikern in Mexiko City oder vieles mehr: „Es ist immer wieder ein Erlebnis, ich möchte momentan kein anderes Leben, als das eines Musikers“. Mehrere Wochen am Stück daheim in Schlanders ist Maggu daher auch nur selten. „Und das ist gut so“. Musikalisch habe sich „Wicked and Bonny“ in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt, dem Stil aber sei man treu geblieben. Man wolle sich jedoch nicht einengen, „stets darum bemüht, basierend auf den Dub, einen neuen Sound zu finden“. Schlagzeug, Bass etc. sind dabei hausgemacht, auf die eigene Produktion legen Maggu und Co. großen Wert.
Über Serbien nach Taufers
In den kommenden Wochen und Monaten stehen unter anderem Auftritte in Brüssel und Serbien auf dem Programm. Aber auch die Vinschger können sich regelmäßig ein Bild vom Können der Wicked-and-Bonny-Member machen. Heuer im August organisieren sie etwa gemeinsam mit anderen Jugendorganisationen das Bass Forest Festival in Taufers im Münstertal. Zwei Tage lang, am 18. und am 19. August, heizen verschiedene Musiker ein, vor allem Dubmusik ist hierbei angesagt. „Es wird ein Erlebnis“, freut sich Maggu schon jetzt. Und auch so eine Reise ist nahe Münstertal dürfte für Künstler wie „Wicked and Bonny“ Stoff für einige neue Geschichten bieten.