Landesrat Phillipp Achammer mit Landeschronist Wolfgang Thöni, Kuratorin Sylvia Mader und Bürgermeiser Franz Prieth (v.l)
David Frank umrahmte mit der Harmonika, Julia Frank verlas ihre Botschaft und Museumspräsident Valentin Paulmichl lauschte interessiert ihren Ausführungen (v.l.)
Höchststrafe für ungehorsame Untertanen war das Pfählen. Ein Beitrag von Chris Moser.
Ursula Beiler mit dem Femministernkreuz segnete "die heilige Natuur".
Ein aufmerksamer Bürgermeister Franz Prieth (links) ließ sich von Elmar Peintner die "Schichtenmalerei" erklären.
Erich Horvath hat den modernen Aufstand der Bauern auf die Leinwand gebannt.

Widerstand als Kunstoption

Michael Gaismair hat`s vorgemacht

Publiziert in 18 / 2025 - Erschienen am 7. Oktober 2025

Graun - Das Vinschger Oberland kommt aus dem Feiern nicht mehr heraus. Nach dem Gedenken an die „Seestauung“ vor 75 Jahren folgte das Jubiläum „25 Jahre Erlebnisschule Langtaufers“. Ein weiterer Höhepunkt war schließlich die Eröffnung der Sonderausstellung „Widerstand ist alles. Tiroler Volksaufstand1525-26“ im Museum Vinschger Oberland. Durch die Zusammenarbeit mit dem „Museum Ballhaus Imst“ war eine erlebniswerte Kooperation über die Staatsgrenze hinweg entstanden. Die starke Gruppe der Oberinntaler Kunstschaffenden bildeten die Inzingerin Ursula Beiler, der Landecker Erich Horvath, Christoph Mathoy aus Ried, ebenfalls aus Ried Melanie Thöni, der in Partschins verwurzelte Chris Moser, der als Wortführer auftretende Elmar Peintner aus Imst. Den Vinschger Anteil stellte die gebürtige Laatscherin Julia Frank dar. Dass in den Kunstpositionen auch drei verstorbene Künstlerpersönlichkeiten aufscheinen, scheint wohl Kuratorin Sylvia Mader zu verdanken zu sein. Der Slowene Milan Batista (+2019), der Malser Karl Plattner (+1986) und der 2013 verstorbene Josef „Sepp“ Schwarz“ haben dem Südtiroler Revolutionär Michael Gaismair jeweils ihr persönliches Aussehen verliehen. Als Vorsitzender des Grauner Museumsvereins begrüßte Valentin Paulmichl die Vertreter der Nachbarmuseen, darunter Toni Patscheider vom Vuseum Schluderns. Für ihren Einsatz dankte er den Kuratorinnen Sylvia Mader und Sabine Schuchter, dem Landeschronisten Wolfgang Paulmichl, dem Koordinator des Museumsverbandes MU.SUI Alexander Lutt und Hermann Klapeer vom Verein Altfinstermünz.

Widerstand mit Optimismus 

Um die Sonderausstellung zu verstehen, empfahl er, in der reich illustrierten Broschüre die Vorworte von Landeshauptmann Anton Mattle, der Bürgermeister von Imst Stefan Weirather und von Graun Franz Alfred Prieth zu lesen. Letzterer sah es als Ehre an, auf dem Platz des Grauner Ehrenbürgers und größten „Widerstandskämpfer gegen die Seestauung“ Pfarrer Alfred Rieper das Thema Widerstand aufzugreifen. Den Begriff grenzüberschreitende Initiative könne er nicht mehr hören. Seine Gemeinde sei vielmehr „eine Länder verbindende Gemeinde“. „Ich bin schon lange in der Politik, aber als Museumslandesrat noch nie aufgetreten“, meinte Kulturlandesrat Philipp Achammer, der nach Harmonika-Klängen von David Frank und der Kulturbotschaft von Julia Frank die Ausstellung eröffnete. Zuvor hatte er das Wirken von Michael Gaismair eine „beeindruckende Vision“ genannt. Gaismair habe vor 500 Jahren Widerstand mit Optimismus gezeigt. 
Die Ausstellung im Museum Vinschger Oberland ist bis 31. Oktober 2025 zugänglich. Öffnungszeiten: Freitag und Samstag, 16 bis 18 Uhr. 

Günther Schöpf

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