Herbert Lampacher und seine Lebensgefährtin Sabine Alber.
Herbert bei der Arbeit an einem „Stupsi“.
„Mama Afrika“
Stolz zeigt uns Herbert sein ältestes Werk aus seiner Kindheit.
Holzskulpturen vor seinem Haus in Kortsch
Unten kleinere Bronzeskulpturen im Guss in verlorener Form, darüber ein Werk aus Marmor.

Wie der Mensch, so die Kunst

Individuell und vielfältig – so wie er selbst. Die Kunst begleitet das Leben von Herbert Lampacher.

Publiziert in 3 / 2026 - Erschienen am 10. Februar 2026

Kortsch - So vielseitig, wie er als Mensch ist, ist er auch als Künstler: Herbert Lampacher hat in seinem Leben schon vieles gemacht, insbesondere was die Kunst betrifft. Dieser hat er sich eigentlich schon als kleines Kind verschrieben. Stolz zeigt er bei einem Besuch in seinem Atelier in Kortsch sein ältestes Werk. „Es entstand, als ich sechs, sieben Jahre alt war. Ich habe es bis heute aufbewahrt“, sagt er. Entstanden aus kindlicher Fantasie aus einem Stück Holz, lässt es viele Interpretationsmöglichkeiten zu. So wie quasi alle Werke des Künstlers.

Der Reihe nach: Geboren ist Herbert Lampacher am 28. August 1969 in Bludenz im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Die Mutter aus dem Montafon-Tal, der Vater aus Latsch, zog es die Familie schnell nach Südtirol. Damals war Herbert etwa ein Jahr alt. „Wir wohnten in Terlan“, erinnert er sich noch vage. Nur ein, zwei Jahre später ging es nach Schlanders. Verschiedene Stationen im Leben folgten, seit zwölf Jahren wohnt er in Kortsch.

Kunst als Wegbegleiter, Kunst als Fokus

Leidenschaft und Begabung für die Kunst hatte er schon früh entwickelt. „Lehrerinnen und Lehrer gaben Empfehlungen ab, dass ich eine Kunstschule besuchen sollte. Aber ich habe dann nicht einmal die Mittelschule geschafft, somit hatte sich das erledigt“, blickt er lächelnd zurück. Er schlug einen anderen Weg ein, die Kunst aber stets als Wegbegleiter. Er erlernte den Beruf des Raumausstatters, ab Anfang 20 übte er unterschiedliche Berufe aus, ging viel auf Montage oder arbeitete saisonal in verschiedenen Bereichen, unter anderem war er zwölf Jahre lang jeden Sommer als Hirte beschäftigt. „Die Hauptsache war es stets, mir mein Leben als Künstler zu finanzieren. Ich habe eigentlich nur deshalb gearbeitet“, blickt er zurück. Die Anschaffungen, um künstlerisch tätig zu sein, und das Auskommen, um den nötigsten Lebensunterhalt zu bestreiten – allein hierfür waren die Jobs für ihn da. Und es ging sich auch aus.

Situationsbedingte Kunst

Vieles hat Herbert Lampacher geschaffen, mit den verschiedensten Materialien gearbeitet. „Auch oft den Umständen geschuldet“, weiß er. Als ihm der Platz für seine Stein- und Holzskulpturen fehlte, arbeitete er mit dem Bronzeguss, genauer gesagt mit dem Guss in verlorener Form, bei dem die Formen nur einmal verwendet werden können. Das war zu seiner Zeit in Tanas. „Ich war in meinem Leben immer in Miete und habe mich daher auch mit meiner Kunst angepasst und immer wieder Neues ausprobiert“, sagt er. Dazu gehörten unter anderem Holzdrucke, Lithografien sowie Öl- und Acrylmalereien. Einen Schwerpunkt setzte er jedoch seit jeher auf Holz- und Steinskulpturen.

Auge, Nase, Mund

Seit einigen Jahren arbeitet er fast ausschließlich mit Marmor. Hier kreiert er vor allem Gesichter und Köpfe. Das Material dafür stammt größtenteils aus der Etsch. „Dort gibt es am meisten Auswahl.“ Mit einer konkreten Idee geht er nicht heran. „Ich nehme einen Stein und mache zwei Augen, Nase und Mund. Alles andere, alles außen herum, entsteht. Ich lasse mich überraschen, was herauskommt. Ich bin eigentlich der Beobachter und am Ende oft der, der am meisten überrascht über das Ergebnis ist“, erklärt er. An eine Skulptur ging er jedoch mit einer ganz konkreten Idee heran. „An Mama Afrika“, zeigt der Künstler auf ein Frauengesicht aus Marmor, die Haare als Rastas und mittendrin ein Adler. „Meine Lebensgefährtin Sabine Alber hielt sich sieben Wochen in Kenia auf, ich fertigte derweil diese Skulptur an, um sie zu unterstützen“, so Lampacher. Der Adler sei der Lieblingsvogel von Sabine, der Rest wie gehabt spontan entstanden.

Ein Markenzeichen des Künstlers sind auch die Holzfiguren, die „Stupsis“. Seine vor zwei Jahren verstorbene Frau Waltraud Mair hatte den Skulpturen den Namen gegeben. „Es handelt sich um eine Gattung, was genau diese Figuren darstellen, darf jeder selbst interpretieren“, so der Künstler. Es können Personen sein, aber auch Tiere. „Einfach Stupsis.“ In seinem Atelier, der alten Tischlerwerkstatt von Jürgen Gemassmer im Erdgeschoss seines Wohnhauses, wo er in Miete lebt, arbeitet er intensiv an seinen Kunstwerken – vor allem aber mit viel Begeisterung. So wie er es bereits als Kind getan hat.

Michael Andres

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