Es wird heiß rund ums Heizwerk
Publiziert in 12 / 2011 - Erschienen am 30. März 2011
Schlanders – Zu einem „Strategiewechsel“ in der bisherigen Ausrichtung der Fernheizwerk Schlanders GmbH könnte es in den kommenden Wochen kommen. Es geht um die große Frage, ob Kortsch Oberdorf, Göflan und Vetzan an das Fernheizwerk angeschlossen werden sollen oder nicht. Wenngleich ihn die frühere Verwaltung propagiert und versprochen hat, könnte der Anschluss der Fraktionen jetzt in den Bach fallen. Entscheidung ist noch keine gefallen, aber dass es ans Eingemachte geht - gehen muss - beweist schon die Tatsache, dass Bürgermeister Dieter Pinggera (im Bild) bei der Ratssitzung am 24. März Bürgerversammlungen in Kortsch (12. April), Göflan (13. April) und Vetzan (18. April) ankündigte. „Wir wollen das Thema in aller Transparenz angehen“, so Pinggera. Am 22. März hatte es in Schlanders eine Aussprache zwischen der Gemeindeverwaltung, Vertretern der Fernheizwerk Schlanders GmbH und der Führungsspitze der SEL gegeben. Die Gemeinde ist bekanntlich zu 51% an der GmbH beteiligt, die SEL zu 49%. Laut Pinggera seien von den SEL-Vertretern endlich vollständige Informationen über den Schuldenstand sowie über Finanzierungs-, Business- und Investitionspläne vorgelegt worden. Im Vorfeld der Informationsoffensive in den Fraktionen soll das Zahlenwerk noch von den Revisoren unter die Lupe genommen werden.
Schon längst kein Geheimnis ist, dass die Fernheizwerk GmbH seit Jahren unter einer schweren Zinslast stöhnt. Außerdem stößt die Anlage bereits jetzt zu Spitzenzeiten an die Grenze ihrer Kapazität. Das heißt, dass das Heizwerk im Fall einer Anbindung der Fraktionen erweitert werden müsste. Was seinerzeit wohl unterschätzt wurde, ist die hohe Zahl der bereitwilligen Fernwärmeabnehmer im Hauptort Schlanders. In Schlanders findet übrigens ebenfalls eine Bürgerversammlung statt, und zwar am 28. April. Die strategischen Entscheidungen, vor allem auch in Bezug auf die Anbindung der Fraktionen, wird der Gemeinderat am 5. Mai zu fällen haben.
Die Gesamtkosten für das Heizwerk, das zu 64% mit Hackschnitzel und zu 36% mit Erdgas betrieben wird, beliefen sich auf ca. 32 Millionen Euro. Das Land übernahm 30% der Ausgaben.
Josef Laner