Im Bild (von links): Thomas Moriggl, Irene Kusstatscher, Christoph Hoppe, Norbert Mayr, Ulrich Linser, Hans Moriggl, Gustav Rechenmacher, Albert Moser

Im Zeichen der Industrie

Publiziert in 8 / 2006 - Erschienen am 20. April 2006
Mals – Am Freitag, 7. April hatte der Unternehmerverband die Schüler der Ober- und Berufsschulen zum Tag der Industrie im Oberschulzentrum in Mals geladen. Das Thema der Veranstaltung war: „Das Unternehmen Industrie – Chancen für die Jugend“. Irene Kusstatscher, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit im Unternehmerverband überbrachte die Grußworte der Verbandsleitung und gab dann an Thomas Moriggl weiter, der den Vormittag moderierte. Der Direktor der Handelsoberschule „Claudia von Medici“ in Mals, Josef Hofer bekräftigte, dass es auch ein Ziel der Schulen sei, so weit es möglich ist, aus den Klassenräumen herauszugehen und sich in der Berufswelt umzusehen. Er dankte dem Unternehmerverband, der über die Jahre immer wieder Projekte mit Vinschger Unternehmen ermöglicht und zahlreiche Praktika vermittelt hatte. Der Bezirksvertreter des Unternehmerverbandes Hans Moriggl freute sich über das rege Interesse der Berufs- und Oberschulen: „Ich sehe eine Fülle von Möglichkeiten und Chancen für die Jugend in der Industrie.“ Die komplexe Vielfalt von Abläufen von der Idee bis zum fertigen Produkt erfordere von den Mitarbeitern ein breites Wissen auf sehr vielen Gebieten, vom Hilfsarbeiter bis zum Top-Manager. Moriggl betonte außerdem, dass der Sektor Industrie in Südtirol mit 500 Betrieben und 30.000 Beschäftigten mehr als jeder andere Sektor zum Brutto-Inlandsprodukt beitrage, insgesamt 17%. Im Vergleich dazu erbrachte das Handwerk 11%, der Tourismus 10% und die Landwirtschaft 5% der gesamten Wertschöpfung im Lande. Christoph Hoppe, geschäftsführender Eigentümer der Hoppe AG, äußerte sich zum Thema „Was stellt die Industrie heute dar?“ Die Industrie in Südtirol sei heute mehr als die Bozner Industriezone. „Wir befinden uns in einer Industriegesellschaft,“ so Hoppe. Die Industrie sei für den Wohlstand im Lande verantwortlich. Ohne sie gäbe es heute vieles nicht, was wir als selbstverständlich ansehen, wie Fernseher, Autos, Computer, usw. die sich mittlerweile auch jeder leisten könne. Dazu gehöre aber auch die passende Infrastruktur, meinte Hoppe und fügte hinzu „auch wenn Ärzte und Apotheker sich gegen den Ausbau der Strasse zwischen der Töll und Forst wehren.“ Bei 15 Mio. Euro netto, die allein das Unternehmen Hoppe den Mitarbeitern in Südtirol im Jahr zahle, bräuchte es eine Menge Apotheker um denselben Geldfluss zu erzeugen, war Hoppe überzeugt. Die Industrie böte den Jugendlichen eine Reihe von interessanten Berufen, allerdings legt Hoppe neben einer guten fachlichen Ausbildung auch großen Wert auf eine gute Allgemeinbildung. Die Industrie sei die ideale Plattform um sich selbst zu verwirklichen zum Nutzen der gesamten Gesellschaft. Anschließend an die einführenden Worte stellten Albert Moser von der Firma Pedross in Latsch, Ulrich Linser von der Baufirma Baumänner GmbH in Kastelbell, Norbert Mayr von der Firma Hoppe AG und Gustav Rechenmacher von der Firma Systems KG die jeweiligen Firmen vor und vermittelten den anwesenden Schülern eine Übersicht über die Tätigkeiten in den verschiedenen Betrieben. Alle legten Wert auf gute Umgangsformen, eine gute Allgemeinbildung und die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter. Immer wichtiger sei auch das Erlernen von mehreren Sprachen, da man vor allem in der Industrie auch international tätig sei und sich mit unterschiedlichen Geschäftspartnern verständigen müsse. Die „Formel“ für erfolgreiche Leistung wurde so definiert: wollen*können*dürfen. Nach den Vorstellungen der Betriebe stellten sich alle Referenten den zahlreichen Fragen der Schüler. Ob der Industriestandort Vinschgau Zukunft habe, ob die Firmen an ein Ausweichen in Billiglohnländer dächten, ob die Betriebe Ausländer einstellten und wie sie es denn mit dem Umweltschutz hielten, waren einige der Fragen. Die Unternehmer nahmen bereitwillig Stellung zu den verschiedenen Themen und hinterließen einen sehr positiven Eindruck bei den Schülern. Das abschließende Buffet, zu dem der Unternehmerverband alle einlud, fand nach einem langen Vormittag begeisterten Anklang.
Gabriele Markart

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