Hansjörg Gluderer, eines der drei Rats­mitglieder der Liste „Für Schlan­ders – Per Silandro“

Ist Schlanders wirklich anders?

Publiziert in 19 / 2007 - Erschienen am 23. Mai 2007
Schlanders – Sogar der weltweit größte Energieverschwender USA hat nun endlich kapiert, dass die fossilen Brennstoffe nicht unendlich sind und der Ausstoß von CO2 unbedingt reduziert werden muss, um die drohende Klimakatastrophe aufzuhalten. Dies schreibt die Liste „Für Schlanders – Per Silandro“ in einer Pressemitteilung. Auch der Vinschger Energieexperte und neue Obmann des ­Raiff­eisen-Energieverbandes Georg Wunderer zeige Wege auf, wie in unserem Tal saubere Energie und Wärme aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt werden könnten (siehe Interview im „Vinschger“ Nr. 16/07), ohne die fossilen Brennstoffe zu vergeuden und sich in problematische Abhängigkeiten zu manövrieren. „Schlanders aber, wer weiß warum, baut als einzige Gemeinde im Vinschgau auf Erdgas, als ob es die ganze Diskussion um die fossilen Brennstoffe, CO2-Bilanz und Klimaschutz nicht gäbe“, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Nachbargemeinde Latsch habe das Angebot von Schlanders, sich am Fernwärmenetz anzuschließen, abgelehnt, weil die Verantwortlichen sich nicht haben überzeugen lassen, auf das Gas umzusteigen (siehe Artikel im „Vinschger“ Nr. 18/07). „Alle umliegenden Gemeinden haben die Genossenschaft als Führungsform für ihre Fernheizwerke gewählt, weil nur diese Rechtsform den Verbrauchern ein Mitspracherecht und Transparenz garantiert und die Genossenschaft nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist, sondern auf eine bürgernahe Dienstleistung und günstige Preise für alle Bürger“, schreibt die Liste weiter. In Schlanders aber, wer weiß warum, seien nicht die Bürger zum Partner gewählt worden, „sondern die SEL und ihre Tochtergesellschaft SÜDGAS. Damit hat man sich in eine fatale Abhängigkeit begeben.“ Zwei weitere Beispiele würden zeigen, dass Schlanders andere Wege gehe und die aktuellen Diskussionen im Tal und im Land bei ihren Entscheidungen nicht berücksichtige: „In Schlanders wird ein neues Zivilschutzgebäude (Bezirksfeuerwehrgerätehaus Untervinschgau) gebaut. Super! Das momentane Ausweichquartier an der Staatsstraße wäre der ideale Standort für das neue Zivilschutzgebäude: es gibt viel Platz, es ist von zwei Seiten zugänglich und der Bau würde viel weniger kosten. Aber dieser ideale Standort ist nur ein Ausweisquartier. Denn Schlanders baut, wer weiß warum, im Dorf, nicht ideal gelegen, mit wenig Platz und sehr hohen Baukosten.“ Es gäbe die Möglichkeit, auf dem Gelände des Konsortiums eine Tiefgarage zu bauen, so wie es auch im Bauleitplan vorgesehen wäre. Dies wäre der ideale Standort: direkt neben der Staatsstraße gelegen, mit kurzen Ein- und Ausfahrten, in der Nähe des Krankenhauses und des Kulturhauses und nur 4 bis 5 Minuten von der Fußgängerzone entfernt, auch für Auswärtige leicht auffindbar. „Aber in Schlanders wird dieser Standort nicht gewählt, nein, Schlanders baut die Tiefgarage im Dorfzentrum am Stainerparkplatz, direkt bei der Grund- und Mittelschule, wo täglich mehrere hundert Kinder zu Fuß unterwegs sind. Die Zufahrten sind sehr eng. In Schlanders gibt es die einzige Fußgängerzone im Vinschgau. Das Dorf hat dadurch an Lebensqualität gewonnen. Durch den Bau der Tiefgarage im Zentrum wird man wieder mehr Autoverkehr ins Dorf bringen, mit den ganzen negativen Folgen und gegen die Grundausrichtung des Vinschgauer Verkehrskonzeptes, gegen den klaren Willen der Bevölkerung auf Verkehrsberuhigung.“

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