Der Braunviehpionier Johann Kaserer

Marteller Braunviehzüchter feiern

Publiziert in 15 / 2010 - Erschienen am 21. April 2010
Martell – Mit einer Jubi­läumsausstellung am Sonntag, 25. April, feiert der Braunviehzuchtverein Martell sein 50-­jähriges Bestehen. Aufgrund des tragischen Zug­unglücks am 12. April, bei dem auch die 18-jährige ­Michaela Kuenz vom Heggen-Hof in Martell ihr Leben verloren hat, widmen die Veranstalter die Jubiläumsschau der Verunglückten. Die Hegger-Michi besuchte die Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Fürstenburg. Ihre große Leidenschaft galt dem Vieh (siehe Bild). Michael befand sich am Tag des Unglücks auf der Fahrt nach Bozen, wo sie die theoretische Führerscheinprüfung ablegen wollte. Die Veranstalter wollten die Jubiläumsschau zwar absagen, sie wird aber nun doch auf Wunsch der Familie abgehalten. Das Organisationskomitee hat in tiefer Trauer und schweren Herzens den Wunsch angenommen und entschieden, die Ausstellung der „Hegger-Michi“ zu widmen. Wenngleich die Zahl des Braunviehs in Martell seit dem Anbau von Beeren und Gemüse merklich geschrumpft ist, spielen die „Braunen“ mit derzeit ca. 150 Kühen und 250 Jungrindern immer noch eine bedeutende Rolle in der Marteller Landwirtschaft. Die Jubiläumsschau soll dazu beitragen, den Stellenwert des Braunviehs hervorzuheben, die wirtschaftliche Bedeutung der Braunviehzucht zu unterstreichen, auf den mit der Tierhaltung direkt verbundenen Aspekt der Landschaftspflege hinzuweisen und der Brauviehzucht im Tal vielleicht wieder etwas mehr Aufschwung zu geben. Dies sagte Anton Eberhöfer, der Obmann des eigens gegründeten Organisationskomitees, der die Jubiläumsschau am 8. April zusammen mit Anton Gluderer (Obmann des Braunviehzuchtvereins und OK-Mitglied) sowie mit Erich Stricker (Gemeindereferent für Landwirtschaft und OK-Mitglied) und Leander Regens­burger (Entwicklungsmanager) im Gasthof „Waldheim“ vorstellte. Das Braunvieh ist in Martell mit insgesamt 44 Zuchtbetrieben, welche vom Verein betreut werden, nach wie vor die ­dominante Rasse. Früher wurden die Rinder dreifach genutzt: Produktion von Fleisch und Milch sowie der Einsatz als ­Arbeitstiere. Neben der Milch hat mittlerweile auch die Aufzucht einen bedeutenden Stellenwert eingenommen. „Die Erstlingskühe werden zumeist bei Versteigerungen verkauft und erzielen gute Preise“, sagte Anton ­Eberhöfer. Zurückzu­führen sei dies nicht zuletzt auf die günstigen Zuchtbedingungen, speziell auf die ­guten Almweiden und die lange Sommerung. Die Milch, die im Sommer auf der Lyfi-Alm anfällt, wird zu Käse und Butter verarbeitet. Weiters gibt es in Martell 2 private Dorfkäsereien. Vom rein wirtschaftlichen ­Aspekt her ist es um die Viehhaltung insgesamt laut Erich Stricker schon seit Jahren alles eher als rosig bestellt. Umso mehr Wertschätzung müsse jenen entgegengebracht werden, welche die steilen Wiesen mähen und nicht verdorren und verstrauchen lassen. Es gebe bereits jetzt einzelne aufgelassene Höfe. (sepp) Das Festprogramm Die Jubiläumsausstellung findet am Sonntag, 25. April im Freizeitzentrum Trattla statt. Um 9.30 Uhr beginnt die Bewertung des Jungviehs. Um 11.30 Uhr sorgt die Musik­kapelle Martell für eine musikalische Begrüßung. Es folgt die Viehsegnung. Im Anschluss an die Bewertung der Kühe, einem der Höhepunkte des Tages, erfolgen gegen 12.15 Uhr die offizielle Ausstellungser­öffnung und die Grußworte der Ehrengäste. Um 12.45 wird die Tages­siegerin gewählt. Weiter geht es mit einem Kinderwettbewerb (13.15 Uhr), dem Vereinscup und der Verteilung der Glocken (13.45 Uhr) und mit der Verlosung zur Lotterie (15 Uhr). Für Speis und Trank sorgen die Bäuerinnen und die Bauern­jugend von Martell. Dem Organisationskomitee gehören neben Anton ­Eberhöfer, Anton Gluderer und Erich ­Stricker auch Franz Kaserer, Reinhard Tscholl, Andreas ­Jäger, Josef Stricker und Zuchtwart Heinz Theiner an.

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