Zum 50. Geburtstag der Raika bekommen alle Mitglieder einen Reisekoffer. Die ersten Koffer überreichte Obmann Erich Ohrwalder (links) den Ehrengästen Michael Grüner und Konrad Palla.

Mit „Panzerstahlkassa“ fing alles an

Publiziert in 16 / 2007 - Erschienen am 3. Mai 2007
Schlicht und ganz im Zeichen des Dankes an die Mitglieder feierte die Raiffeisenkasse ­Schlanders am Freitagabend im Zuge der Vollversammlung im Kulturhaus „Karl Schönherr“ ihr 50-jähriges Bestehen. In der großen Familie der derzeit 51 Raiffeisenkassen in Südtirol ist die Raika Schlanders das jüngste Kind. Von 39 Gründungsmitgliedern, darunter auch eine Frau (Zeni Maria ­Wielander) wurde die Genossenschaftsbank vor 5 Jahrzehnten gegründet. Die erste Investition war am 5. Jänner 1957 der Ankauf einer „Panzerstahlkassa“, die damals 792.000 Lire kostete. Wie viel das war, versteht man, wenn man bedenkt, dass die Raiffeisenkasse damals für die Räume oberhalb der „Post-Bar“ im Gurschler-Haus am Hauptplatz monatlich 20.000 Lire Miete bezahlte. Das erste Geschäftsjahr musste die Bank übrigens mit einem Verlust von 119.971 Lire abschließen. Der Gründungsobmann Karl Gurschler konnte aus gesundheitlichen Gründen leider nicht zur 50-Jahr-Feier kommen. Sein Bruder Ludwig, der von 1977 bis 1994 Obmann war, ist bereits gestorben. Seit 1994 ist Erich Ohrwalder Obmann. Nur wenige Wechsel hat es auch in der Geschäftsführung gegeben. Erster Zahlmeister war Matthias Grießmayr. 1971 wurde Günther Tragust Geschäftsführer. Seit 1999 leitet Karl Unterholzer die Bankgeschäfte. Zu den wichtigsten Meilensteinen in der Entwicklung der Bank zählen die Eröffnung des neuen Sitzes am Damml im Jahr 1983, die Eröffnung der Filiale in Kortsch im Jahr 1991 und der Umbau des Schaltersitzes in Schlanders im Jahr 2003. Noch gut in Erinnerung ist vielen der Überfall auf den Hauptsitz im Jahr 1999. Der Überfall ereignete sich am Vormittag des 16. April. Am Abend desselben ­Tages fand die Vollversammlung statt und Obmann Erich Ohrwalder konnte die Mitglieder „beruhigen“: „Man hat uns nicht alles gestohlen.“ Die Entwicklung der Raika Schlanders liest sich wie eine kleine Erfolgsgeschichte. Die Mitgliederzahl ist von 197 im Jahr 1966 auf 1.222 im Jahr 2006 angewachsen. Die Bank hat Jahr für Jahr tiefere Wurzel geschlagen. Sie hat sich zu einem starken Motor der Wirtschaft in der Gemeinde Schlanders entwickelt. Ein besonderes Anliegen ist der Raika seit jeher auch die Bevölkerung. Entsprechend lang ist auch die Liste jener Vereine und Organisationen im kulturellen, sportlichen, sozialen und auch wirtschaftlichen Bereich, die von der Raika unterstützt und gefördert werden. Wo die Genossenschaftsbank derzeit steht, belegt schon ­allein die Erfolgsbilanz des Jahres 2006. In diesem Jahr wurden weitere 3,6 Millionen Euro an Krediten vergeben, sodass sich das Kreditvolumen zum ­Bilanzstichtag auf 69,6 Mio. Euro belief. Während die direkten Anlagen laut Geschäftsführer Karl Unterholzer nur sehr leicht angestiegen sind und jetzt bei 92,2 Mio. Euro liegen, haben die indirekten Einlagen auch 2006 mit 21,7 Prozent wieder außergewöhnlich stark zugenommen. Das Kunden­geschäftsvolumen (Kredite und Einlagen) erreichte eine Summe von knapp 200 Mio. Euro. Sehr gut ausgefallen ist mit 1,1 Mio. Euro der Gewinn nach Steuern. Es ist dies ein Ergebnis, wie es zum Beispiel bereits 2001 erzielt worden ist. Das Eigenkapital der Raika, die übrigens 21 Mitarbeiter beschäftigt, beläuft sich derzeit auf 15,6 Mio. Euro. Den Bericht des Aufsichtsrates legte dessen Präsident Konrad Rechenmacher vor. Konrad Palla, der Direktor des Raiffeisenverbandes Südtirol, zeichnete in seinem Festvortrag die Geschichte und Bedeutung der Raiffeisenkassen in Südtirol nach. Die Glückwünsche im Namen der Raiffeisen Landesbank überbrachte deren Präsident Michael Grüner. „Ich bin sowohl als Mitglied als auch als Bürgermeister stolz auf die Raiffeisenkasse Schlanders“, sagte Bürgermeister Johann Wallnöfer. Besonderen Dank zollte er der Raika für die Unterstützung der Vereine und Bevölkerung im gesamten Gemeindegebiet. Senator Manfred Pinzger sagte, dass die Raika die Entwicklung der Gemeinde entscheidend mitgeprägt hat. Vizedirektor Erhard Grasser wartete mit Eckdaten zur 50-jährigen Geschichte der Raika auf, Günther Tragust mit lustigen Begebenheiten aus der Zeit seiner fast 30-jährigen Tätigkeit als Geschäftsführer.
Josef Laner

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