Sie alle zeigen den sehr guten Prader Käse (von links): Doris Kostner-Riedl, Bertram Stecher, Martin Paulmichl und Luis Burger.

Prader Käse für die Top-Liga

Publiziert in 7 / 2012 - Erschienen am 22. Februar 2012
Prad - Nur mit Qualität punktet man heutzutage und kann Produkte erzeugen, die zur Top-Liga gehören, erklärte Marketingmanager und Unternehmer Ulrich Wallnöfer bei der Informationsversammlung zur wieder eröffneten Sennerei kürzlich in Prad im Nationalparkhaus „aquaprad“. Er gratulierte den Prader Bauern, bisher sind es 13 an der Zahl, die sich entschieden hatten, ihre Milch nicht mehr nach Bozen zu schicken, sondern an die dorf­eigene Sennerei, um sie dort veredeln zu lassen. Das Potential sei noch nicht ausgeschöpft, in Kürze sollen zwei weitere Bauern dazu kommen, ergänzte der Obmann der Sennerei, Alois (Luis) Burger. Er war und ist die treibende Kraft hinter diesem einzigartigen Projekt, dies betonten alle Redner. Burger zeigte die Geschichte der Sennerei auf, die es bereits 1873 gegeben hatte. Wie in allen Geschichten, gab es auch in Prad ein Auf und Ab bis zur endgültigen Schließung vor rund 15 Jahren. Es habe sich im Jahr 2008 eine Arbeitsgruppe gebildet, und die erste Milchannahme war bereits am 2. November 2011, und seit 17. Dezember 2011 werden die verschiedenen Käsesorten und Butter verkauft, sagte Erwin Oberegger. Mit Senn Martin Paulmichl habe die Sennerei ins Schwarze getroffen genauso wie mit der sachkundigen Verkäuferin Doris Kostner-Riedl, die fünf Mal in der Woche, immer vormittags außer Mittwoch, die Produkte an den Kunden bringt. Derzeit werden 1.250 Kilogramm Milch pro Tag zu gut 100 Kilogramm Käse verarbeitet plus rund 18 Kilogramm frische Süßrahmbutter, alles aus Rohmilch. Nach Bedarf wird Frischkäse in mehreren Varianten hergestellt, dieser werde immer beliebter. Allerdings seien die Kapazitäten noch nicht voll ausgeschöpft, da im großen Kessel an die 2.000 ­Kilogramm pro Tag verarbeitet werden könnten und im kleinen 300 Kilogramm pro Tag. Um Lieferant zu werden, erwirbt der Bauer einen einmaligen Geschäftsanteil plus Aufpreis pro Kilo gelieferter Milch. Der Auszahlungspreis für die Milch sei gleich hoch wie jener der Mila, man hoffe, diesen aber steigern zu können. Ulrich Wallnöfer, selbst ein Prader und Mitinhaber von Pur Südtirol in Meran, glaubt an die ­Vision Prader Sennerei. Allerdings könne diese nur verwirklicht werden, wenn die Dorfbevölkerung dahinter stehe und besonders, wenn der Prader Käse morgen in der Top-Liga mitspiele. Dies sei wesentlich an eine hervorragende Qualität gebunden. Qualität war ohnehin das Wort des Abends, den auch ­Annemarie Kaser und Bertram Stecher vom Südtiroler Sennereiverband in den Mund nahmen. Kaser unterstrich zudem, dass die Qualität der Rohmilch bereits auf den Höfen beginne und besonders bei der Fütterung. Ausschließlich silo- und gentechnikfrei muss der Bauer seine Kühe füttern. Ganz wichtig sei laut Wallnöfer auch die Identifizierung mit dem Produkt, die gegenseitige und häufige Information über alle Kanäle und die richtige Vermarktung. Er sieht im Prader Käse ein Nischenprodukt mit großer Zukunft. Es gibt auch ein neues Produkt, einen hochwertigen Butterschmalz. Bei der Verkostung wurden ein Mager-, ein Halbfett- und ein Vollfettkäse angeboten sowie Frischkäse und Butter. Sie haben alle sehr gemundet. Bürgermeister Hubert Pinggera und der Fraktionsvorsteher Gilbert Stecher fanden lobende Worte. Am 15. Juli wird die Sennerei ­offiziell gesegnet: Ein Termin, den sich alle schon notieren sollten, hieß es in Prad.
Daniela di Pilla

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