Die Gumpfrei gehört der Lokalmatadorin
Tarsch - „Ich bin überwältigt, einfach sprachlos. Es ist so schön, vor Familie und Freunden zu gewinnen – perfekt“, strahlte Nina Castiglioni nach dem Finale des FIL Alpin Rodel Juniorenweltcups. Auf der Gumpfrei-Rennrodelbahn nahe der Talstation der Tarscher Alm holte sie sich den Tages- und Gesamtsieg. Mit Bestzeit in beiden Läufen triumphierte die 16-Jährige vor ihren Teamkolleginnen Lotte Mulser (Völs/+0,78 Sekunden) und Juniorenweltmeisterin Tina Stuffer (St. Ulrich/+1,84 Sek.). Drei Siege und ein zweiter Platz ergeben 385 Punkte für Castiglioni, dahinter folgt Mulser (285), die im Finale Stuffer (280) auf Rang drei verdrängte. Familie, Freunde und Bekannte jubelten Castiglioni zu. Für sie war es ein echter Heimsieg. Die junge Partschinserin startet für den SV Latsch und ist auf der Gumpfrei-Naturrodelbahn sozusagen groß geworden. Nina Castiglioni gilt als große Nachwuchshoffnung im Alpin Rodeln. Im Elite-Bereich feierte sie in dieser Saison ihr Debüt und landete dabei gleich zum Saisonauftakt auf der Winterleiten (Österreich) auf dem zweiten Platz. Am vergangenen Wochenende feierte sie im Jaufental ihren ersten Eliteweltcupsieg. Unlängst krönte sie sich in Laas wie berichtet (siehe
der Vinschger 2/2026) zur Europameisterin. Auch ihre um vier Jahre ältere Schwester Jenny fährt in der Alpin-Rodel-Weltspitze mit.
Slowenisches Bruderduell
Bei den Burschen gingen Sieg und Gesamtweltcup an Ziga Kralj. Der Slowene legte mit Bestzeit im ersten Lauf den Grundstein für seinen dritten Saisonsieg. Im zweiten Lauf verteidigte der 17-Jährige mit zweitbester Laufzeit die Führung, vor seinem Bruder, Juniorenweltmeister Vid Kralj, der sich mit Bestzeit im Finale von Zwischenrang vier auf Platz zwei verbesserte. Dritter wurde der Laaser Alexander Staffler, während der Österreicher Paolo Auer von Rang zwei auf vier durchgereicht wurde. Die Gesamtwertung im Juniorenweltcup holte sich Ziga Kralj in überragender Manier mit 360 Punkten, vor Vid Kralj (310) und Paolo Auer (280). Der Laaser Michael Noah Tinzl, Fünfter in Tarsch, wurde im Gesamtweltcup Vierter. „Das ist einfach nur verrückt, ich war gar nicht nervös, ich bin das Finale wie ein ganz normales Rennen gefahren“, freute sich Ziga Kralj über die große Kristallkugel. Die Frage, wer denn nun zu Hause das Kommando über die TV-Fernbedienung hat, der Weltmeister oder der Gesamtsieger, bleibt ungelöst: „Die Mama hat die Fernbedienung“, scherzte der dreifache Saisonsieger. Im Doppelsitzer holten sich Jakob Gruber Genetti (Völlan) und der Partschinser Alex Castiglioni (SV Latsch) als einzige Teilnehmer den Tagessieg. Auch der Gesamtsieg ging an das Südtiroler Duo.
Zahlreiche Freiwillige rund um Manuel Pircher, dem Leiter der Sektion Rodeln im SV Latsch, sorgten für einen gelungenen Ablauf. „Es war ein großer Erfolg“, freute sich Pircher. Die Rennen wurden als spektakuläre Nachtläufe ausgetragen. Trotz des Datums – es war Faschingssamstag und Valentinstag – fanden zahlreiche Fans den Weg nach Tarsch.