Latscherhof-Gastgeber Werner Kiem, Rinaldo Sagramola sowie Franz und Uwe Rinner (v.l.).

Ex-Fußball-Schwergewicht auf Nostalgie-Tour

Publiziert in 12 / 2026 - Erschienen am 30. Juni 2026

Latsch - Am 20. Juni feierte Rinaldo Sagramola seinen 72. Geburtstag. Ein Wunsch erfüllte sich dabei für ihn mit dem Aufenthalt von einigen Tagen gemeinsam mit seiner Familie in Latsch. „Es ist Nostalgie pur“, beschreibt es der ehemalige italienische Fußballmanager und langjährige Sportfunktionär, der als Geschäftsführer und Vorstand in verschiedenen Profivereinen tätig war. In den 1980er- und 1990er-Jahren war der in Rom geborene Sagramola nämlich regelmäßig in Latsch – und zwar zum Trainingslager mit dem römischen Team Lodigiani, einem langjährigen Serie-C-Ligisten. Der Kontakt nach Latsch ist freilich nie ganz abgebrochen; zuletzt war Sagramola 2014 zu Urlaubszwecken hier. 

Als auch Luca Toni in Latsch weilte 

„1983 war ich erstmals in Latsch“, erinnert er sich, als ihn der Vinschger im Landhotel Latscherhof besucht. Nach fast 20 Jahren bei den Lodigiani folgte Anfang 1999 der Wechsel zu Vicenza, wo er bis 2004 als „direttore generale“, sprich Geschäftsführer, tätig war. Zu dieser Zeit war der Klub aus Venetien ebenfalls drei Jahre lang zum sommerlichen Trainingslager in Latsch. Mit Vicenza schaffte Sagramola 1999/2000 als Meister der Serie B den direkten Wiederaufstieg in die Serie A, 2001 folgte jedoch wieder der Abstieg. Es war das letzte Mal, dass Vicenza in der höchsten italienischen Spielklasse vertreten war (heuer schaffte der Drittligist den Aufstieg in die Serie B). Von 2004 bis 2012 agierte Sagramola als Geschäftsführer von Palermo in der Serie A und schaffte es auch in den UEFA-Cup bzw. die Europa League. Von 2012 bis 2014 war er für Sampdoria – ebenfalls Serie A – tätig, anschließend erfolgte der Wechsel zu Brescia und später die Rückkehr nach Palermo. Die letzten beiden Jahre seiner Funktionärskarriere war er wiederum für Vicenza tätig. Einer seiner größten Coups ist der ehemalige Nationalspieler Luca Toni, den er 1998 im Alter von 21 Jahren zu den Lodigiani holte und 2000 zu Vicenza in die Serie A brachte. Dadurch lernte auch Toni im Rahmen der Trainingslager Latsch kennen. Für die damals hohe Summe von 26 Milliarden Lire transferierte er ihn nach nur einer Saison – in der er neun Treffer erzielte, aber mit Vicenza abstieg – zu Brescia. Auch in seiner Zeit bei Palermo, wo Toni endgültig den Durchbruch schaffte, arbeitete Sagramola mit dem späteren Bayern-Stürmer zusammen.

Italiens Fußball in miserablem Zustand

Durch die Trainingslager in Latsch lernte Sagramola unter anderem den langjährigen Latscher Sportfunktionär Franz Rinner kennen. Kein Wunder, dass beim aktuellen Urlaub ein Treffen mit Franz Rinner und dessen Sohn Uwe nicht fehlen durfte. Gemeinsam wurde auf alte Zeiten zurückgeblickt und auch über die aktuelle Fußball-Weltmeisterschaft diskutiert. Dass Italien nicht dabei ist, sei schade, so Sagramola. „Es hat aber mehrere Gründe“, meint er. Der italienische Calcio befinde sich in einem miserablen Zustand – vor allem, weil die Serie-A-Teams den jungen Spielern viel zu wenig Platz geben. Zudem werde zu wenig Wert auf Technik gelegt. Seine Favoriten für die heurige WM seien die üblichen Verdächtigen, allen voran Frankreich, Spanien und Deutschland. 

Michael Andres

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