Daniel Fahrner bei einer Ansprache zu seinen Jungs beim Cordial Cup in Kitzbühel.
Begleiteten die Nachwuchskicker: (v.l.) Daniel Fahrner, Max Pajonk, Sandiro Fahrner und Sonja Fahrner.
In Nordtirol wurde hochklassiger Nachwuchs-Fußball geboten.
Die Förderzentrum-Kicker beim Sieg in Passeier.

Gemeinsam für den Nachwuchs

Wie die VSS-Förderzentren Südtirols Fußballjugend entwickeln.

Publiziert in 14 / 2026 - Erschienen am 28. Juli 2026

Latsch - „Es ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit“, freut sich Daniel Fahrner. Der Vinschger arbeitet als Chefkoordinator der VSS-Förderzentren in Südtirol. Für ihn steht fest: Die Entwicklung junger Fußballer funktioniert nur gemeinsam mit den Vereinen. „Die Zusammenarbeit ist extrem wichtig, weil alle dasselbe Ziel haben: die Kinder bestmöglich zu fördern“, erklärt Fahrner. Die VSS/Raiffeisen-Fußball-Förderzentren Südtirol verfolgen seit Jahren das Ziel, Nachwuchsspieler im Alter von 10 bis 13 Jahren zusätzlich auszubilden. Einmal pro Woche steht ein weiteres Training ergänzend zu den Einheiten in den Vereinen auf dem Programm, insgesamt sind es rund 35 Einheiten pro Jahr. Dabei geht es nicht nur um Technik und Taktik, sondern auch um mentale Stärke und die Vorbereitung auf die Anforderungen des modernen Fußballs.

Drei Förderzentren, 300 Kinder

Ein besonderer Punkt des Konzepts: Die Spieler bleiben weiterhin bei ihren Heimatvereinen aktiv. Man nehme den Vereinen keine Kinder weg, sondern arbeitet mit ihnen zusammen. Im Westen des Landes trainieren die Nachwuchstalente im Förderzentrum Latsch, weitere Standorte gibt es in Terlan und St. Lorenzen. Rund 300 Kinder gehören mittlerweile zu den drei Förderzentren. Höhepunkte der Saison sind zwei große Turniere im Dezember und im Mai. Zudem nehmen Auswahlmannschaften der Förderzentren am Cordial Cup in Passeier teil. Beim Cordial Cup handelt es sich um eines der größten Kinderfußballturniere der Welt. Dort treffen sich Mannschaften aus vielen Ländern, das große Finale findet traditionell in Kitzbühel statt.

Auswahl erfolgreich

Die Südtiroler Förderzentren konnte beim prestigeträchtigen Turnier zuletzt große Erfolge feiern. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren in Passeier das Turnier gewonnen“, erzählt Fahrner. Die Mannschaft setzte sich aus Spielern aller drei Zentren zusammen: fünf Talente aus dem Osten, fünf aus dem Zentrum Mitte und sieben aus dem Vinschgau. Trainiert und begleitet wurde die Auswahl von Daniel Fahrner und seinem Sohn Sandiro sowie Max Pajonk. „Die jeweiligen Vereine sind stolz, dass ihre Kinder in Kitzbühel dabei sind und posten auch auf Social Media fleißig darüber Beiträge; das zeigt, wie gut die Zusammenarbeit funktioniert“, sagt Chefkoordinator Fahrner. Bei den Finalspielen im Juni in Kitzbühel, wo auch zahlreiche Teams von Profi-Nachwuchszentren vertreten waren (darunter der FC Bayern), holten die Südtiroler in ihrer Gruppe bei 48 Teams Rang 18.

Prominente Trainernamen

Für die kommende Zeit gibt es auch in Latsch Veränderungen. Als Trainer des Förderzentrums fungiert Gaetano Greco, der neue Cheftrainer des ASV Latsch, ein italienweit erfahrener Trainer und in den vergangenen Jahren u. a. bei Anzio Calcio (Latium) in der Serie D aktiv. Unterstützt wird er von Sandiro Fahrner. Der 18-Jährige ist bei den Kindern bekannt und beliebt, durchlief die Jugendabteilungen des FC Südtirol, besucht derzeit die Oberschule in Bozen und machte zuletzt in der Oberliga bei Partschins auf sich aufmerksam. Auch die Trainerbesetzung der Förderzentren zeigt den hohen Anspruch. „In Latsch arbeitet mit Greco ein Vollprofi im Nachwuchsbereich, in St. Lorenzen ist Siegi Pfeifhofer tätig, der unter anderem eine Ausbildung bei Ajax Amsterdam absolvierte und auch die Trainerschule in Hoffenheim besuchte. In Terlan betreut Marco Marzari die Talente, der ebenfalls Erfahrung als Jugendtrainer beim FC Südtirol gesammelt hat“, betont Fahrner. Als Chefkoordinator der drei Südtiroler Förderzentren stimmt Fahrner die Trainingsinhalte und Schwerpunkte der Standorte miteinander ab. Regelmäßige Gespräche und ein laufender Austausch zwischen den Trainern sorgen dafür, dass die Ausbildung der jungen Spieler einheitlich, nachhaltig und auf die Weiterentwicklung des modernen Fußballs ausgerichtet bleibt. Es gelte, flexibel auf die Anforderungen der Kinder und der Vereine einzugehen und gleichzeitig eine klare Linie in der Ausbildung zu verfolgen.

Fahrner blickt zudem über den Bubenfußball hinaus. Sein Wunsch ist es, künftig auch eine Damen-Mannschaft im Förderbereich aufzubauen. Dabei könnte unter anderem auch Tina Costisella, die als Stürmerin für die erste Mannschaft der FC Südtirol Women in der Serie C spielt, eingebunden werden.

Michael Andres

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