Guter Start, große Träume
Die Eisfix sind auf Erfolgskurs und haben sich für diese Saison viel vorgenommen.
Latsch - Fünf Spiele, fünf Siege, Tabellenführung: Der AHC Vinschgau Eisfix ist stark in die neue Saison der Italian Hockey League (IHL) Division 1 gestartet. Zum Auftakt feierte das Team des neuen Chefcoachs Stefano Daprà wie berichtet einen verdienten 4:1-Sieg gegen den HC Piné. Es folgten ein 4:3-Auswärtssieg nach Penaltyschießen in Como, ein 6:5-Sieg nach Verlängerung gegen Padova, ein 3:0-Triumph gegen Pinerolo sowie am vergangenen Samstag, 17. Oktober, ein 8:6-Sieg gegen Chiavenna – immerhin den Finalisten der vergangenen Saison und Meister 2025. Dabei sah lange Zeit alles nach einem lockeren Eisfix-Abend aus. Nach rund 30 Minuten führten die Hausherren mit 6:1, womit es auch in die zweite Drittelpause ging. Im Schlussdrittel wurde es aber nochmals spannend. Die Gäste aus der Provinz Sondrio kamen innerhalb von nur rund acht Minuten auf 6:5 heran. Die Eisfix erhöhten sechs Minuten vor Schluss auf 7:5, nur 25 Sekunden später traf Chiavenna zum 7:6. 16 Sekunden vor Schluss sorgte Elias Fleischmann schließlich für den 8:6-Endstand und den positiven Ausgang eines Spiels, das sich noch unerwartet zu einem echten Thriller entwickelte.
Hohe Ziele
„Unser Minimalziel ist es, heuer gleich weit wie letztes Jahr zu kommen, sprich zumindest ins Playoff-Halbfinale. Das große Ziel ist das Finale“, erklärt die für den Eishockey-Bereich verantwortliche Vize-Präsidentin Magdalena Tappeiner. Im vorigen Jahr mussten sich die Eisfix nach großem Kampf im alles entscheidenden dritten Spiel der Best-of-Three-Serie gegen den HC Pustertal Junior Selection auswärts in Bruneck mit 0:3 geschlagen geben. Dabei hatten die Vinschger wenige Tage zuvor das zweite Halbfinalspiel der Serie daheim vor vielen Fans mit 5:2 gewonnen und die 1:7-Niederlage aus dem ersten Spiel wettgemacht. Aber es sollte schlussendlich nicht fürs Finale reichen, dieses entschied dann der große Favorit Pustertal gegen Chiavenna in der Best-of-five-Serie glasklar mit 3:0 für sich und stieg in die Italian Hockey League (IHL) auf.
Neuer Modus
Bevor die heiße Playoff-Zeit beginnt, gilt es aber freilich die Hausaufgaben zu erfüllen. Hierbei gibt es in der IHL Division 1 einen neuen Modus. Bis Mitte Dezember spielen alle 13 Teams in der regulären Saison in einer einfachen Hinrunde gegeneinander, jeder gegen jeden einmal. In der zweiten Phase der Meisterschaft geht es für die fünf Erstplatzierten dann in die Master Round; diese Teams sind bereits fix für die Playoffs qualifiziert. Die weiteren Teams teilen sich in zwei Qualifikationsgruppen auf und kämpfen um weitere drei Plätze für das Playoff-Viertelfinale: Zwei gehen an die Sieger der beiden Quali-Gruppen, der dritte wird in einem Entscheidungsspiel zwischen den beiden Zweiten ermittelt. So weit soll es bei den Eisfix natürlich nicht kommen. Die Master Round ist sozusagen Pflicht. Dort gilt es dann, sich eine optimale Ausgangsposition für die Playoffs zu sichern. Das in der Tabelle besser platzierte Team hat schließlich Heimrecht in den entscheidenden Spielen – während Viertel- und Halbfinale wieder im Best-of-Three-Modus ausgetragen werden, gibt es im Endspiel ein Best-of-Five.
Eisfix unter den Favoriten
Eine Top-Platzierung ist für die hungrigen Eisfix durchaus realistisch. Der Kern der Mannschaft ist derselbe wie in der starken vergangenen Saison. Mit Verteidiger Lukas Oberrauch, der zu Hockey Unterland Junior wechselte, und Pascal Hellweger, der zu seinem Stammverein Meran zurückkehrte, gab es nur zwei Abgänge zu verzeichnen. Neu zum Team stieß derweil Stürmer Domenic Calvagna. Der 19-Jährige kam von Merans U19. Auch in dieser Saison setzt der AHC Vinschgau auf die Zusammenarbeit mit dem HC Meran, die Farmteam-Partnerschaft zwischen den Eisfix und dem AlpsHL-Team wurde verlängert. In der Kurstadt spielt auch wieder der erst 19-jährige Vinschger Semir Laimer Gerstl, der bereits in der vergangenen Saison viel Alps-Erfahrung sammeln konnte
Ohnehin scheinen die Eisfix in allen Mannschaftsteilen gut für eine lange Meisterschaft gerüstet. Im Tor hat Coach Daprà die Qual der Wahl und vier starke Goalies zur Verfügung. Alle sollen ihre Einsatzzeiten erhalten, bisher am meisten Eiszeit erhielt Simon Spada (Jahrgang 1999), an guten Tagen wohl einer der sichersten Rückhalte der Liga. Aber auch Dominik Riedl (JG 2005) – er feierte beim 3:0 gegen Pinerolo ein Shutout – und Max Hafele (2006) sollen Einsatzminuten bekommen. Nicht zuletzt ist Torhüter-Routinier Johannes Tappeiner, der im kommenden Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, immer da, wenn er gebraucht wird. Auf dem Feld können die Vinschger derzeit konstant auf drei Linien mit drei Verteidigerpaaren setzen, im Sturm ergeben sich sogar zusätzliche Optionen. 25 erzielte Treffer in den bisherigen fünf Spielen spiegeln die Torgefährlichkeit wider. Topscorer der Mannschaft ist der 22-jährige Prader Elias Fleischmann mit 13 Punkten.
Fleimstaler ersetzt Tschechen
Auf der Trainerbank führt derweil ein Neuer Regie. Der aus Cavalese stammende Head Coach Stefano Daprà gilt als erfahrener Eishockey-Fachmann und trainierte zuletzt das Damenteam der Eagles Bozen. Der Fleimstaler ersetzt Mikael „Panci“ Pancak, der aus privaten Gründen in seine tschechische Heimat zurückkehrte. Mit seiner Arbeit waren die Eisfix-Verantwortlichen zufrieden, die Kontakte sind nach wie vor gut, erst im Sommer besuchten Latscher Kinder seine Eishockey-Schule in Tschechien.
Wermutstropfen: Playoffs nur „auswärts“
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch für die aktuelle Saison: Die Playoffs sowie Teile der Master Round können die Eisfix dabei nicht im heimischen „Fuxbau“ spielen. Ab 6. Jänner gibt es im IceForum aufgrund der geplanten Umbauarbeiten nämlich kein Eis. Die Suche nach Ausweichmöglichkeiten läuft noch, der AHC Vinschgau hofft jedenfalls, von so vielen Fans wie möglich begleitet zu werden – bis zu einem etwaigen Finale, wo und gegen wen auch immer dies stattfinden sollte.