Sensationeller Auftritt von Stefan Thanei
Publiziert in 4 / 2009 - Erschienen am 4. Februar 2009
Burgeis – Die Vinschger Weltcupstarter machen im Hinblick auf die bevorstehende WM langsam aber sicher ernst. Die Stilfserin Nicole Gius fuhr vor genau einem Monat beim Slalom in Zagreb auf den hervorragenden 2. Platz, nur geschlagen von der damalig im Gesamtweltcup führenden deutschen Maria Riesch. Der 28-jährigen Vinschgerin gelang im höchst dotierten Slalomrennen der Saison eine wahnsinns Aufholjagd, wo sie nach dem 7. Platz im ersten Durchgang noch auf den 2. Endrang vorpreschte.
Eine Glanzleistung lieferte auch der Burgeiser Stefan Thanei auf der legendären Abfahrtstrecke in Kitzbühl ab. Mit Startnummer 39 schaffte Stefan mit Rang acht auf der „Streif“ das beste Resultat seiner Karriere. Aber nicht nur in der Abfahrt holte der 27-jährige Obervinschger eine Spitzenplatzierung, auch in der traditionellen Kombination sicherte er sich nach Bewältigung des schwierigen Slalomhanges am „Ganzlernhang“ auch aufgrund der vielen Ausfälle Platz 10! Diese Spitzenergebnisse von Stefan Thanei verbreiteten sich speziell im oberen Vinschgau noch am Renntag wie ein Lauffeuer. Der Ausschuss des ASV Burgeis Raiffeisen erwies ihrem Landsmann mit einem kleinen Empfang kurzer Hand die Ehre. Nachdem Stefan von einigen Kindern vor seiner Haustür mit musikalischen Klängen abgeholt wurde, begrüßte der Präsident des Sportvereins, Walter Eberhöfer, die Anwesenden und sprach dem erfolgreichen Athleten stellvertretend seine Glückwünsche aus. Bei dieser Feier waren unter anderem auch der Landtagsabgeordnete Sepp Noggler, Interims-Bürgermeister Othmar Hellrigl, der Präsident des Tourismusvereines Obervinschgau Gerhard Malloth, Markus Ortler vom FISI-Landesverband und der Verantwortlicher bzw. Geschäftsführer der Waltes AG, Albert Hutter und Karlheinz Thöni anwesend. Für eine schöne musikalische Umrahmung sorgte die Obervinschger Böhmische. Bei einem kleinen Imbiss und warmen Getränken ließ man das Erfolgserlebnis Kitzbühl noch einmal Revue passieren und zeigte Stefan, wie sehr man sich mit ihm über dieses sensationelle Wochen-ende freut. (rm)
„Der Vinschger“ fragte bei unserem „Kitzbühl-Helden“ nach, wie er das Rennen selbst empfunden hat und was ihm dieser 8. Rang bedeutet.
„Der Vinschger“: Was war das für ein Gefühl, als nach der Zieleinfahrt Platz 8 aufleuchtete?
Stefan Thanei: Ich habe zwar eine gute Fahrt erwischt, dennoch war sie noch lange nicht perfekt. Im Ziel war ich deshalb selbst überrascht über das super Resultat und habe mich wirklich irrsinnig gefreut. Viele Personen, unter anderem auch Spitzenathleten wie Didier Cuche oder Hermann Maier haben mir zu diesem Lauf gratuliert, das war ein wirklich gutes Gefühl. Auch bei der Siegerehrung durfte ich mit dabei sein.
Was geht einem eigentlich vor dem Start der schwersten und legendärsten Abfahrtsstrecke durch den Kopf?
Stefan Thanei: Bei den beiden Trainingsläufen testet man die Strecke samt den heiklen Stellen ab. Beim Rennen selbst gibt es dann aber nur mehr Vollgas, da denkt man eigentlich an nicht mehr viel, man muss einfach versuchen so gut wie möglich ins Ziel zu kommen und so entschlossen und aggressiv wie möglich zu fahren.
Wie erfreut warst du vom netten Empfang in deinem Heimatdorf?
Stefan Thanei: Ich war über diesen netten Empfang wirklich sehr überrascht und erfreut, vor allem hätte ich mir nie gedacht, dass so viele Leute zu dieser Feier kommen. Ich habe diesen freien Tag zu Hause sehr genossen. Jetzt geht der Blick aber wieder ganz klar nach vorne zu den nächsten Rennen, ich will nun erst recht weiterkämpfen und wenn möglich noch gleich weitere gute Platzierungen nachlegen.
Wirst du aufgrund dieses Spitzenresultates nun bei der WM einen Fixstarplatz haben und wenn ja, in welchen Disziplinen?
Stefan Thanei: Es wird so sein, dass ich zuerst einmal mit der Mannschaft mit nach Val d` Isere fahre. Vor der Saison war die Qualifikationshürde ein Platz unter den Top Ten, diese habe ich mit meinem achten Rang in Kitzbühl erfüllt und rechne deshalb schon auf meine erste WM-Teilnahme. Allerdings wird wohl erst nach den Trainingsläufen darüber entschieden. Sollte ich in der Abfahrt oder womöglich auch im Super-G die Chance bekommen, so wäre mein persönliches Ziel erst einmal unter die ersten 15 zu fahren, um wiederum wichtige Weltcuppunkte zu sammeln.
Interview: Rudi Mazagg