Flavio Marx in Aktion.
Der junge Vinschger (rechts) auf dem Podest mit dem siegreichen „Azzurro“ Riccardo Pianosi (Bildmitte) und dem Tschechen Vojtech Koska.

Sprung zur Weltspitze

Publiziert in 19 / 2026 - Erschienen am 20. Oktober 2026

CAGLIARI - Kräftig aufhorchen ließ Südtirols einziger Kitesurfer, Flavio Marx aus Taufers im Münstertal, am 11. Oktober beim Grand Slam in Quartu Sant‘Elena bei Cagliari. Nur sechs Tage nach seinem 23. Geburtstag schaffte er es als Dritter erstmals bei einem Weltklasse-Meeting in der Formula Kite, das man getrost als Weltcup betrachten kann, auf das Podest. 24 Kitesurfer aus zehn Ländern waren am Start, darunter auch absolute Spitzen-Kitesurfer. Marx musste nur dem Weltmeister von 2025, Riccardo Pianosi (Italien), und Vojtech Koska (Tschechien) den Vortritt lassen. „Es waren schwierige Bedingungen. Die Woche lief nicht so gut für mich, ich schaffte es nur als Siebter ins Viertelfinale fürs Medal Race“, so Marx. Zur Erinnerung: Im Formula Kite, seit 2024 olympische Disziplin, schaffen es laut aktuellem Modus die besten 10 nach mehreren Qualifikationstagen in die Finalrunde. Im Viertelfinale kämpfen die Plätze 6 bis 10 um zwei Halbfinalplätze. Im Halbfinale warten bereits der dritt-, viert- und fünftplatzierte der Qualifikation. Die besten zwei Fahrer aus diesem Halbfinale ziehen schließlich ins große Finale ein, wo bereits die beiden Erstplatzierten der Qualifikationstage warten.

Mehr Unterstützung 

„Ich freue mich sehr über meinen ersten Podestplatz bei einem Weltklasse-Meeting“, so Marx. Nur wenige Wochen zuvor hatte er bei der Europameisterschaft in der Türkei bereits mit Platz 6 überzeugt. Dies wiege vom Stellenwert her fast noch mehr. Durch seine jüngsten Erfolge erhält der junge Obervinschger mittlerweile auch mehr Unterstützung seitens des Verbands, sprich Reisespesen und auch Prämien. Auf den Sprung in eine staatliche Sportgruppe, um das Kitesurfen vollends professionell ausüben zu können, wartet er noch. Seine Arbeit als Maurer lässt er vorerst ruhen, nun will er sich auch im Winter ganz auf den Sport konzentrieren. Sein großes Ziel sind die Olympischen Winterspiele 2028 in Los Angeles, was derzeit durchaus realistisch ist. 

Vorbereitung auf die WM

Dieser Tage stehen für Marx noch die Italienmeisterschaften auf dem Programm, im November absolviert er dann einen längeren Trainingsblock über zweieinhalb Wochen mit der italienischen Nationalmannschaft in Fuerteventura. Im Dezember geht es dann zum Training nach Fortaleza in Brasilien, wo ab Mitte Jänner die Weltmeisterschaften stattfinden. Die WM zählt dann auch zu den ersten Qualifikationsrennen für Olympia 2028.

Michael Andres

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